Asien Militärputsch Thailand Emerging Markets
Die wohl überraschendste Nachricht aus Asien war im September der Militärputsch in Thailand, zeigte er doch erneut die latenten politischen Risiken der Emerging Markets auf. Nachdem sich nach und nach ein Putsch des Militärs abzeichnete, brachen die Kurse sämtlicher in Deutschland notierter Aktien aus Thailand um mehr als zehn Prozent ein. Vorsorglich riefen die Militärs einen nationalen Feiertag aus, der den internationalen Anlegern die Gelegenheit gab, sich umfassend mit der Situation in Thailand auseinander zu setzen. Die Tatsache, dass der Putsch friedlich und völlig gewaltfrei abgelaufen war, beruhigte die Anleger insoweit, dass nach der Wiedereröffnung der thailändische Markt mit einem moderaten Abschlag von "nur" fünf Prozent gehandelt wurde.
Die Absichtserklärung des Militärs, die politische Gewalt durch demokratische Wahlen Ende 2007 wieder abzugeben, sorgte vorerst für Ruhe. Die Übergangsverfassung lässt dem Militär allerdings eine Reihe von Freiheiten, die für weitere Unsicherheit sorgen.
Ebenfalls ein wichtiger politischer Einfluss, wenn auch nicht so spektakulär, ist der Regierungswechsel in Japan. Unsicherheit der Anleger über die Fortsetzung des strikten Reformkurses der Japaner sorgte dann auch im Verlauf des Monats dafür, dass der Nikkei den Monat leicht im Minus beendete. Trotz eines Investitionsbooms im ersten Halbjahr in Japan lagen die Inflationsdaten wieder gefährlich nahe an der Grenze zur Deflation. Änderungen an den Reformen könnten somit das erst kürzlich gewonnene Verbrauchervertrauen wieder zerstören und Japans gerade überstandene Probleme wieder aufleben lassen. Ein, mit Blick auf die jüngsten positiven US-Daten, noch unwahrscheinliches allerdings latent vorhandenes Szenario. Auf Unternehmensebene kommt der japanische Konzern Sony nicht zur Ruhe. Nach der erheblichen Rückrufaktion von Laptopakkus meldete der Konzern, dass der Verkaufsstart seiner Spielekonsole Playstation 3 in Europa auf März 2007 verschoben wird. Damit verpasst Sony das für den Absatz wichtige Weihnachtsgeschäft in Europa und verliert weiter an Marktanteilen gegenüber den Konkurrenten. Als wäre das nicht genug, kündigte Sony auch noch eine Senkung des geplanten Preises der neuen Konsole an. Eine Konstellation die sich nicht gerade positiv auf die Gewinnaussichten auswirkt. Trotz des Anstiegs des Nikkei auf über 16000 Punkte bleibt der japanische Aktienmarkt dieses Jahr hinter den Erwartungen zurück und bietet die schlechteste Ausgangsposition unter den Industrienationen für eine Jahresendrallye.

<< Home