Freitag, Oktober 13, 2006

Internationale Währungsfonds Rohstoffpreise Welt

Der Internationale Währungsfonds sieht gute Chancen für weiteres jahrelanges kräftiges Wachstum der Weltwirtschaft. IWF-Chefvolkswirt Rughuram Rajan dämpft die Sorgen an den Finanzmärkten, dass es einen Wachstumseinbruch geben könnte. Zwar wird die Konjunktur in den USA abkühlen, allerdings in einem Umfang, der durch das Wachstum im Rest der Welt, insbesondere in Europa, ausgeglichen wird. Ähnlich optimistisch äußerte sich der Chefvolkswirt der Industrieländerorganisation OECD Jean-Philippe Cotis. Auch er sieht das globale Wachstum als robust weil die Konjunkturerholung in Europa an Fahrt gewonnen hat. Der im September anhaltende Verfall der Rohstoffpreise unterstützt diese Thesen. Der Preissturz bei Öl, Kupfer und Co. senkt die Kosten der Aktiengesellschaften in den Industrienationen und steigert damit die Gewinne, ohne dass sich am Absatz etwas verändern muss. Schlechter sieht es für die Emerging Markets aus. Unter anderen dominieren an den Börsen in Brasilien, Russland und Australien die von der Rohstoffkonjunktur abhängigen Unternehmen. So hängen rund 80% aller Titel im russischen Leitindex am Ölpreis. Auch in Australiens ASX, in dem große Minenkonglomerate wie BHP Billiton notieren, dominieren die rohstoffabhängigen Unternehmen. Für nachhaltig niedrigere Rohstoffpreise sprechen mehrere Faktoren. Zum Beispiel beim Öl ist kein Engpass bei den Lieferungen in Sicht. Die geopolitischen Risiken haben sich massiv abgeschwächt. Die Hurrikan Season 2006, die Ende Oktober endet, spielte keine Rolle bei der Preisbildung von Erdöl und dämpfte die Befürchtungen, dass sich die katastrophalen Stürme von 2005 nun jedes Jahr wiederholen. Die Lagerbestände in Rohöl und Destillaten steigen trotz erhöhter Nachfrage und das noch vor der vorzeitigen Wiederaufnahme der Lieferungen aus dem großen Ölfeld von BP in Alaska. Nachdem der US-Hedge-Fonds Amarath mit einer missglückten Spekulation binnen kurzer Zeit sein Fondsvolumen drittelte und 6 Milliarden in den Sand setzte, sind auch die Spekulanten aufgeschreckt und ziehen erste parallelen mit der New-Economie-Blase.