Dienstag, März 14, 2006

Tendenziell gute Aussichten für die Kapitalmärkte 2006

Nach dem Anstieg der meisten Indizes in 2005 bleiben die Aussichten für 2006 gut. Fachleute rechnen damit, dass das Marktklima wegen der strengeren Geldpolitik und eines leicht abflachenden Wachstums der Weltwirtschaft rauer wird und sich daraus größere Kursschwankungen an den Finanzmärkten ergeben. Trotzdem sehen sie steigende Kurse im Jahresverlauf.
Folgen von Ölpreisentwicklung, Atomstreit und Vogelgrippe nicht absehbar
Wie schon in 2005 wird auch dieses Jahr der Ölpreis ein treibender Faktor für die Energiekosten und damit für die Inflationsraten sein. Hier wird der Atomstreit mit dem Iran ein bestimmender Faktor sein. Ein Einlenken des Iran in dieser Frage ist leider zurzeit nicht abzusehen. Die Weltgemeinschaft steht allerdings in diesem Fall, anders als in der Irakkrise, noch geschlossen zusammen. Insbesondere beschäftigt die Finanzmärkte, ob der Iran seine Erdöllieferungen bei eventuellen Embargos der Weltgemeinschaft stoppen wird. Immerhin liefert der Iran 4 Mio. Barrel Öl täglich. Ein solcher Lieferstop ist derzeit nicht von den anderen Öllieferanten aufzufangen. Die Förderquoten können maximal um 1,5 Mio. Barrel ausgeweitet werden, was zu einem Ausfall von 2,5 Mio. Barrel am Tag führen würde. Experten sehen in diesem Fall den Ölpreis im dreistelligen Bereich. Gegen eine solche Maßnahme des Iran spricht allerdings, dass der Iran weitgehend von seinen Ölexporten abhängig ist. Die Inflationsrate von derzeit geschätzten 15% und die hohen Staatsausgaben für die Arbeitslosigkeit und die Gesundheitskosten sind Indikatoren dafür, dass die derzeit strenge Gangart einiger Hardliner in der iranischen Führung bei einem Embargo zu Kritik gemäßigter iranischer Politiker führen könnte. Klar ist, dass eine wirtschaftliche Auseinandersetzung von beiden Seiten nicht gewünscht ist. Für Europa wäre ein Embargo gleich doppelt bitter: Nicht nur ein verteuerter Ölpreis würde sich negativ auf die Wirtschaft auswirken. Der Iran ist auch ein wichtiger Importeur für europäische Produkte. Positiv ist, dass eine Eskalation derzeit nicht zu erkennen ist.
Nachrichten zu diesem Thema können die Märkte im Verlauf des Jahres in beide Richtungen treiben. Ein weiteres Risiko für die Märkte stellt die Vogelgrippe dar. Noch ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht möglich. Einige Mediziner sehen jedoch die Möglichkeit einer Mutation des Virus mit der Folge einer Übertragbarkeit. Dies könnte zu einer weltweiten Epidemie führen, deren wirtschaftliche Auswirkungen nicht zu beziffern sind. Somit wird die Angst vor der Grippe mit dem Zug der Vögel auch das Parkett der Finanzplätze erreichen. Zusätzlich kann die Hurrikansaison in der 2. Jahreshälfte wieder über die Kurse fegen. Nach den Schäden in 2005 gibt es Befürchtungen, dass die Heftigkeit und Anzahl der Hurrikans keine Ausnahmen waren. Die Mehrheit der US-Analysten sieht jedoch keine Serie von derartigen Hurrikans über die nächsten Jahre. Vielmehr bewerten sie die Hurrikansaison 2005 als Ausnahme.
Mehrheitlich werden die genannten Gefahren am Markt zwar sehr ernst genommen, das Eintreffen der oben geschilderten Risiken wird allerdings für wenig wahrscheinlich gehalten.
Positive Rahmendaten für Unternehmen
Für einen weiteren Anstieg der Aktienkurse spricht auch in diesem Jahr, dass die Unternehmen über ausreichend Liquidität verfügen. Dies ist an den Dividendenerhöhungen, den Aktienrückkaufprogrammen und den Übernahmeversuchen zu erkennen. Die erwarteten Zinserhöhungen sollten sich nicht nachhaltig auf die Unternehmensgewinne auswirken, da sich zwar die Kreditzinsen für die Unternehmen erhöhen, aber derzeit kaum Bedarf für Kreditaufnahmen zu Investitionszwecken besteht. Der Optimismus der Unternehmen, insbesondere in Europa, zeigte sich imposant in den Umfragen. Seit 2000 waren aus deren Sicht die Aussichten nicht mehr so positiv. Nimmt man hierzu die Gewinnerwartungen für 2006, sind auch in diesem Jahr steigende Kurse zu erwarten.
Letztlich wird sich auch die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland für die deutsche Wirtschaft belebend auswirken. Auch der Vorwegnahmeeffekt im Konsum wegen der Mehrwertsteuererhöhung 2007 kann die Gewinne und damit die Kurse der Unternehmen wieder nach oben treiben.

Montag, März 13, 2006

Aktuelle Markteinschätzung Deutschland/Europa März 2006

Mühelos knackt der DAX eine Hundertermarke nach der anderen. Ende Februar wurde die Marke von 5.800 Punkten überschritten, dem höchsten Stand seit Sommer 2001. Positiv ist zu bewerten, dass die Hausse am heimischen Markt nicht nur von einigen Aktien getragen wird. Auch die Nachfrage nach Aktien ist nicht einseitig. Nach den Beobachtungen von Händlern stammen die Käufe derzeit hauptsächlich aus drei Quellen: Großanleger wie Versicherer, amerikanische Investoren und deutsche Privatanleger. Die Versicherer nutzen derzeit jede Kursdelle um ihre niedrige Aktienquote aufzustocken, amerikanische Investoren haben bereits in 2005 mit europäischen Aktien gut verdient und den deutschen Privatanleger hat nun auch wieder das Börsenfieber gepackt.Die kurstreibenden Aktien kommen aus den unterschiedlichsten Branchen. Beinahe täglich wechseln sich die Banken, Versorger und Automobilhersteller an der Spitze der Gewinner im Dax ab. Insbesondere die deutsche Autoindustrie ist gut ins neue Jahr gestartet. Auf dem deutschen Markt wurden im Januar 11% mehr Pkws zugelassen als im Vorjahresmonat. Erfreulich für die deutschen Autobauer ist auch, dass sie ihre Marktanteile gegenüber den Importeuren auf 70% ausbauen konnten. Nachdem VW Chef Pischetsrieder ein Sanierungsprogramm und eine Dividendenerhöhung ankündigte, explodierte der Kurs der VW Aktie innerhalb von 2 Tagen um 15%. Damit war VW die erfolgreichste europäische Standardaktie. Auch die jüngsten europäischen Konjunkturdaten unterstützen den positiven Trend. Frankreichs Industrieunternehmer sind immer besser gelaunt und die am 21.Februar veröffentlichten Zahlen zum privaten Konsum in Frankreich zeichnen ein erfreuliches Bild. Auch die italienischen Verbraucher sehen optimistischer in die Zukunft.Die guten Unternehmensgewinne und Konjunkturdaten bestätigen die Analysten in ihrer Meinung, dass die EZB den Leitzins auf ihrer Sitzung Anfang März erneut anheben wird. Dies wurde durch die Rede von EZB-Chef Trichet vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments untermauert. Er stellte erneut klar, dass die Einhaltung der Inflationsgrenzen durch die Währungshüter oberste Priorität hat. Ein klares Signal für einen Zinsschritt.Kritisch betrachten die Analysten die Berichte der russischen Medien, dass Russland offenbar weitere Teile der Wirtschaft unter staatliche Kontrolle bringen will. In jüngerer Vergangenheit hat die Kritik an den verstärkten staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft Russlands zugenommen. So hatte die Regierung unter anderem die Ölfirma Yukos unter ihre Kontrolle gebracht. Für Aufsehen sorgt nun das zunehmende Engagement des staatlichen Gasmonopolisten beim Strommonopolisten Unified Energy System, das Kritikern zufolge einer beabsichtigten Öffnung des Marktes entgegenläuft. Medienberichten zufolge verstärkt die Regierung auch ihre Kontrolle über die Bodenschätze und den Automobilsektor. Eine Entwicklung die, sollte sie sich bestätigen, internationale Anleger eher verschrecken könnte.Im "alten" Europa setzten sich die Übernahmeversuche fort. Eons Übernahmepläne der spanischen Endesa ragen hier besonders heraus. Kommt diese Transaktion zustande, wäre dies die weltgrößte Übernahme im Energiemarkt und mit einem Gesamtvolumen von ca. 55 Mrd. Euro die bisher teuerste Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland. Die Bereitschaft zu solchen Übernahmen deutet auf eine gute Liquidität bei den Unternehmen und zeigt, warum sich der Aktienmarkt von den bevorstehenden Zinserhöhungen unbeeindruckt zeigt. Gerüchte, das die Spekulationsfrist für private Veräußerungsgeschäfte nicht wie ursprünglich geplant schon ab 1. Januar 2007 fallen soll, verdichteten sich gegen Ende des Monats. Finanzexperten beider Regierungsparteien befürworten eine Verschiebung auf den 1. Januar 2008. Ab 2008 soll für Erträge aus Geldanlage, Wertpapier- und Immobiliengeschäften eine Pauschalsteuer von 20% gelten. Wer bislang Wertpapiere nach einer Frist von 12 Monaten verkaufte, konnte seine Kursgewinne steuerfrei einstreichen. Eine Verschiebung auf 2008 kann einen zusätzlichen Impuls für inländische Anleger bedeuten, da auch ihnen die Möglichkeit auf steuerfreie Erträge winkt.Das Erreichen der Vogelgrippe von Deutschland und Frankreich hat derzeit für den Aktienmarkt eher psychologischen Charakter.Volkswirtschaftlich kann man die Schäden noch vernachlässigen. Dennoch beobachten die Marktteilnehmer die weitere Entwicklung skeptisch. Bei dem hohen Kursniveau in Europa reagieren die Märkte nervöser und es reicht schon ein kleiner Anlass für eine Korrektur.

Mittwoch, März 08, 2006

Strategische Neuausrichtung Grundbesitz Invest

Strategische Ausrichtung nach Wiederöffnung

Neubewertung: breite Diversifikation des Portfolios – nach Nutzungsarten und regional mit einem Auslandsanteil von z. Zt. ca. 40 % - spiegelt sich im moderaten Ergebnis der

- Abwertungen insbesondere bei deutschen Büroimmobilien
- Aufwertungen überwiegend im Ausland

Strategische Ausrichtung: Immobilienbestand wird in drei Segmente unterteilt (selektive Käufe im europäischen Ausland; Halten/Optimierung; sorgfältig platzierte strategische Verkäufe); weitere Erhöhung des Europaanteils

Vermietung: derzeitiger Vermietungsstand von 89 % soll durch geeignete Maßnahmen zur Optimierung einzelner Immobilien erhöht werden

Fremdkapital: strategische Neuausrichtung wird durch eine angemessene Erhöhung der Fremdkapitalquote begleitet

Performance: Prognostizierte Fondsperformance ohne Bewertungsergebnis* für den Anleger des verbleibenden Portfolios nach Realisierung der geplanten Verkäufe bis zum Ende des GJ 2005/2006
von ca. 2,5 – 3,0 % p. a.; längerfristige Prognose: ca. 3,5 – 5,5 % p. a.


Fazit: bei Immobilienfonds sollte man auf die internationale Ausrichtung achten und den Anteil im Depot entsprechend der Risikostruktur anpassen