Donnerstag, Januar 18, 2007

Thailand schockiert internationale Anleger

An der drittgrößten Börse in Südostasien kam es zu dem größten Kursrückgang seit der Finanzkrise 1997.Der thailändische Aktienmarkt stürzte um bis zu 19%, was einem Wertverlust von mehr als 20 Milliarden US Dollar entspricht. Auslöser hierfür war, dass die thailändische Notenbank kurzerhand neue Regeln aufstellte. Um der spekulativen Aufwertung der Landeswährung zu begegnen verlangte die Zentralbank, dass ausländische Investoren künftig 30% ihrer Einlagen bei ihr hinterlegen müssen. Gleichzeitig verfügte sie, dass ein strafzinsfreier Abzug des Geldes erst nach einem Jahr möglich sei. Bei einer vorzeitigen Verfügung sollten 10% der Anlagesumme als Strafzins einbehalten werden. Ausländische Fonds, die durch diese Regelung am stärksten betroffen waren, zählten zu den größten Verkäufern am Markt. Zwar sah sich die thailändische Notenbank innerhalb von 24 Stunden gezwungen die Verordnung für den Aktienmarkt zu widerrufen, allerdings machte im Anschluss der thailändische Markt nur rund 2/3 der Verluste des Vortages wett. Für Anleihen und Einlagen gilt die Regelung weiter. Auch die benachbarten Märkte Malaysien, Singapur und Indonesien reagierten mit Rückschlägen auf den erneuten Vertrauensverlust nach dem Militärputsch im Herbst. Marktbeobachter befürchten, dass internationale Anleger erstmal einen weiten Bogen um die Region machen, sodass eventuell ein Angebotsüberhang entstehen könnte.