Bank of Japan verspielt Vertrauen der internationalen Anleger
Die Bank of Japan (BoJ) hat im Januar mit ihrer Entscheidung den Leitzins unverändert zu lassen, die Märkte überrascht. Nachdem wochenlang versteckte Andeutungen gemacht und die Anleger so auf einen erneuten Zinsschritt vorbereitet wurden, passierte letztlich doch nichts. Während sich der japanische Notenbankchef Toshihiko Fukui beeilte zu beteuern, dass die Entscheidung ausschließlich nach Analyse konjunktureller Daten erfolgt sei, bleibt ein fader Nachgeschmack. Zu groß ist der Eindruck, dass sich die BoJ dem Druck der Politik gebeugt hat, die dem wirtschaftlichen Aufschwung noch nicht traut und fast täglich verbale Attacken in Richtung der Zentralbank abgefeuert hat. Hinzu kommt, dass die japanische Schuldenlast explodieren würde, sollten die Zinsen für Staatsanleihen zu schnell steigen. Neben der beschädigten Reputation der BoJ ist mit dem Einknicken auch die Unabhängigkeit der Notenbank und deren Präsidenten in Frage gestellt. Hatte sich doch die Mehrheit der Politiker vor Fukui gestellt und ihn im Amt belassen, trotz der Geschäftsbeziehung zu dem im letzten Jahr wegen Insiderhandels verhafteten Fondsmanager Yoshiaki Murakami. Ob die erwarteten Zinserhöhungen im Laufe des Jahres nun kommen, steht in den Sternen. Für einen stabilen Yen wären sie mittlerweile fast schon überfällig.

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