Kauflaune der Deutschen lässt drastisch nach
Die Kauflaune der Deutschen hat sich mit der höheren Mehrwertsteuer und dem Wegfall der Vorzieheffekte schlagartig verschlechtert. Der monatlich ermittelte Indikator für das Konsumklima fiel für Februar auf 4,8 von 8,5 Punkten im Vormonat. Von Reuters befragte Experten hatten nur mit einem leichten Rückgang des Konsumklimaindikators um 0,2% gerechnet. Gleichzeitig fiel die Anschaffungsneigung auf den niedrigsten Stand seit Beginn der monatlichen Erhebung 1980. Nun zeichnet sich also die angekündigte Schwächephase des privaten Konsums im ersten Quartal deutlich ab. Trotzdem liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dieser ausgeprägten Reaktion um eine Momentaufnahme handelt. Die deutlich stabilisierten Konjunkturerwartungen der Verbraucher auf dem höchsten Stand seit Januar 2001 bekunden zunehmend Vertrauen in den Aufschwung. Da auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher stiegen, ist mit einer Erholung des Konsums im zweiten Quartal zu rechnen, was zu einem 0,5% Anstieg des privaten Konsums gegenüber dem Vorjahr führen sollte. Diese Erwartungshaltung spiegelt sich auch in dem nur leicht eingetrübten ifo-Geschäftsklimaindex wieder. Nachdem zuvor der ifo-Index dreimal in Folge gestiegen war, fiel der Index moderat von 108,7 auf 107,9 Punkte. Die 7000 befragten Unternehmen berichten weiterhin von einer sehr guten Geschäftslage und bewerteten ihre Geschäftserwartungen zum vierten Mal in Folge positiver. Die größere Zuversicht speist sich hauptsächlich aus dem Bauhauptgewerbe und dem Einzelhandel, was ebenfalls für einen begrenzten Dämpfeffekt der Mehrwertsteuererhöhung spricht. Da es derzeit für die Unternehmen weder durch den Ölpreis, den Wechselkurs des Euro oder die konjunkturellen Entwicklungen im Ausland Störfeuer gibt, sehen die Unternehmen einem weiteren profitablen Jahr entgegen.

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