Donnerstag, Januar 18, 2007

OPEC beschließt erneut Senkung der Förderquote

Noch ist der Beschluss der OPEC aus dem Oktober, die Ölfördermenge zu senken, nicht umgesetzt, schon wird die nächste Senkung beschlossen. Ab Februar 2007 soll der Ausstoß um 500.000 Barrel am Tag reduziert werden. Die Organisation, die 40% der globalen Nachfrage abdeckt, ist besorgt über die hohen Lagerbestände in den westlichen Industrieländern. Insbesondere in den USA, dem größten Verbraucherland der Welt, befinden sich die privaten Ölbestände am oberen Ende des Durchschnitts der vergangenen Jahre. Der Ölpreis reagierte kaum auf diese Mitteilung, da sich bei Inkrafttreten des Beschlusses die Wintersaison in der nördlichen Hemisphäre dem Ende zuneigt, was zu einem Rückgang im Verbrauch führt, und sich außer Saudi Arabien keiner an den Oktoberbeschluss gehalten hat

Machtwechsel in Turkmenistan und warum das wichtig ist

Ein weiteres politisches Risiko entstand in Turkmenistan durch den Tod des langjährigen Alleinherrschers Saparmurad Nijasow. Nun kann man sich fragen wo dieser Staat überhaupt liegt und warum der Kapitalmarkt sich überhaupt damit beschäftigt. Der zentralasiatische Staat ist der sechstgrößte Erdgasproduzent der Erde und verfügt über beträchtliche Reserven. Bei der Lösung des Gasstreits Russlands mit der Ukraine spielte Turkmenistan eine entscheidende Rolle. Billiges turkmenisches Gas, das durch russische Leitungen nach Westen gelangt, deckt nun den größten Teil des ukrainischen Verbrauchs. Russlands staatlicher Energieriese Gasprom, dem nach Auffassung von Experten in wenigen Jahren Nachschubprobleme drohen, füllt schon jetzt die Lücken mit turkmenischem Gas. Die Europäische Union ist hingegen an einer Diversifizierung ihrer Energieversorgung interessiert. Ein Turkmenistan, das nicht mehr von dem Despoten Nijasow regiert wird, könnte bei dieser Zielsetzung eine entscheidende Rolle spielen. Seit langem gibt es Überlegungen, die turkmenischen Reserven über Pipelines, die Russland umgehen, an den Westen anzubinden. Chancen und Risiken stehen sich nach dem Tod des Diktators also gegenüber. Zieht die Unsicherheit eine ganze Reihe von Ländern in der Region in Mitleidenschaft oder folgt ein halbwegs berechenbarer Gesprächspartner, womit der EU bereits halbwegs geholfen wäre. Zugleich liefert die Nervosität einen Vorgeschmack auf das Jahr 2008, wenn die Machtübergabe in Russland ansteht.

Thailand schockiert internationale Anleger

An der drittgrößten Börse in Südostasien kam es zu dem größten Kursrückgang seit der Finanzkrise 1997.Der thailändische Aktienmarkt stürzte um bis zu 19%, was einem Wertverlust von mehr als 20 Milliarden US Dollar entspricht. Auslöser hierfür war, dass die thailändische Notenbank kurzerhand neue Regeln aufstellte. Um der spekulativen Aufwertung der Landeswährung zu begegnen verlangte die Zentralbank, dass ausländische Investoren künftig 30% ihrer Einlagen bei ihr hinterlegen müssen. Gleichzeitig verfügte sie, dass ein strafzinsfreier Abzug des Geldes erst nach einem Jahr möglich sei. Bei einer vorzeitigen Verfügung sollten 10% der Anlagesumme als Strafzins einbehalten werden. Ausländische Fonds, die durch diese Regelung am stärksten betroffen waren, zählten zu den größten Verkäufern am Markt. Zwar sah sich die thailändische Notenbank innerhalb von 24 Stunden gezwungen die Verordnung für den Aktienmarkt zu widerrufen, allerdings machte im Anschluss der thailändische Markt nur rund 2/3 der Verluste des Vortages wett. Für Anleihen und Einlagen gilt die Regelung weiter. Auch die benachbarten Märkte Malaysien, Singapur und Indonesien reagierten mit Rückschlägen auf den erneuten Vertrauensverlust nach dem Militärputsch im Herbst. Marktbeobachter befürchten, dass internationale Anleger erstmal einen weiten Bogen um die Region machen, sodass eventuell ein Angebotsüberhang entstehen könnte.

ostasiatische Volkswirtschaften schwächen sich ab

Die asiatische Entwicklungsbank erwartet für das Jahr 2007 in den ostasiatischen Volkswirtschaften ein voraussichtlich langsameres Wachstum als im Jahr 2006. Durch die Abschwächung der amerikanischen Konjunktur sei für Ostasien mit einem Wachstumsrückgang von voraussichtlich 4,9% in 2006 auf 4,4% in 2007 zu rechnen. Ohne Einbeziehung von Japan erwartet das Institut einen Rückgang von 7,7% auf 7%. Die bisher an ihrem optimistischen Ausblick für die Konjunktur festhaltende japanische Notenbank Bank of Japan (BoJ) bekräftigte diese Einschätzung durch das Herabsetzen der Erwartungen an die Binnenkonjunktur.Die von Analysten erwartete Zinserhöhung in Japan gilt damit für fast ausgeschlossen, was dazu führte, dass der Yen gegenüber dem Euro auf ein Rekordtief fiel. Die politischen Risiken der Schwellenländer zeigten sich auch erneut im Dezember.

Entwicklungspleite bei Pfizer

Bei so guten Konjunkturdaten konnten negative Unternehmensnachrichten nur kurz für Aufregung sorgen. Hier stach der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer besonderst negativ hervor. Wenige Tage nachdem Pfizer noch die hohen Erwartungen an das in der Entwicklung befindliche Herz-Kreis-Mittel Torcetrapid bekundete, teilte das Unternehmen den Abbruch der Entwicklung mit. Damit werden die mittelfristigen Ertragserwartungen des Konzerns erheblich gedämpft, weil Torcetrapid ein dringend benötigter Nachfolger für Pfizers wichtigstes Produkt, den Cholesterinsenker Lipidor, war. Der Patentschutz für Lipidor, das rund ein Viertel des Umsatzes und mehr als die Hälfte des Gewinns liefert, läuft in 2010 aus. Pfizer beschäftigt weltweit 106.000 Menschen und erzielte 2005 einen Umsatz von 51 Mrd. US Dollar. Um die Anleger zu beruhigen, kündigte der Konzern einen höheren Gewinn pro Aktie für das Geschäftsjahr 2006 und einen Stellenabbau in der US Vertriebsmannschaft an.
Erfreulich verlief das US Weihnachtsgeschäft. Luxusketten und Kaufhäuser meldeten nach einem schwachen Beginn der Saison gegen Ende Rekordumsätze und zeigten, dass der US Verbraucher entgegen aller Befürchtungen doch weiter konsumiert.

US-Immobilienflaute scheint überstanden

Für eine besondere Überraschung sorgten jedoch die Daten aus dem Immobiliensektor. Die Zahl der US-Neubauverkäufe war im November um satte 3,4% deutlich gestiegen. Dies ist umso erstaunlicher, da die Volkswirte mit nur 0,6% gerechnet hatten. Die Daten haben die Hoffnung bekräftigt, das der zuletzt schwache US-Immobilienmarkt die Talsohle hinter sich gelassen hat.

"soft-landing" der US-Wirtschaft immer wahrscheinlicher

Unterstützt von guten Konjunkturdaten, die eine "soft-landing" der US Wirtschaft signalisierten, konnte der Dow Jones Industrial im Dezember 2,5% zulegen. Den Anfang machte die Meldung, dass das US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal um 2,2% gewachsen war. Die ursprünglichen Schätzungen lagen bei nur 1,6%. Der kurz darauf erschienene Arbeitsmarktbericht sorgte ebenfalls für gute Stimmung, wurden doch mit 132.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft deutlich mehr als die erwarteten 105.000 Stellen geschaffen. Gleichzeitig wurden die Zahlen für September und Oktober um 42.000 neue Stellen nach oben revidiert, stieg die Arbeitslosenquote um nur marginale 0,1% und die Arbeitskosten waren ebenfalls fast unverändert. Trotz der guten Konjunkturdaten ließ die US Notenbank FED den Leitzins unverändert bei 5,25%. Zugleich bekräftigte die FED in ihrer schriftlichen Begründung erneut die Inflationsgefahr und hält sich weitere Zinserhöhungen offen. Dies enttäuschte einige Marktteilnehmer, die im ersten Halbjahr 2007 auf eine Zinssenkung spekuliert hatten. Für ein Nachlassen der Inflationsängste sorgte auch das um fast 10% gesunkene Handelsbilanzdefizit. Mit 58,9 Milliarden US Dollar hatte die USA das niedrigste Handelsbilanzdefizit seit August 2005.

Einzelhandel mit Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden

Hierfür dürften auch die guten Zahlen des Einzelhandels im Weihnachtsgeschäft sorgen. Die Gesichter der Einzelhändler strahlen. Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), vermeldete einen Umsatz von über 75 Milliarden Euro im November und Dezember und damit ein Plus von über 2% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Damit erreichte der deutsche Einzelhandel im Jahr 2006 einen Anstieg von fast einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit den Überfliegern aus der Automobilbranche konnten die Konsumpapiere zwar nicht Schritt halten, allerdings profitierten Werte wie Metro von dem guten Weihnachtsgeschäft. Dank Saturn, Media Markt und Galeria Kaufhof gilt der Titel als klassischer Weihnachtsprofiteur, macht doch der Einzelhandel rund 20% seines Jahresumsatzes im November und Dezember. In einzelnen Segmenten, wie beispielsweise Spielwaren und Schmuck, liegt der Umsatzanteil sogar bei bis zu 30%. Viele Verbraucher kauften in den letzten Wochen des Jahres hochwertige Produkte in der Erwartung, dass diese Waren 2007 wegen der Mehrwertsteuererhöhung teurer werden. Dieser Vorzieheffekt wird von den Analysten unterschiedlich bewertet. Rechnen die einen mit einem erheblichen Umsatzeinbruch in den ersten Monaten des Jahres, gehen viele Analysten mittlerweile von einem nur geringfügigen Rückgang aus. Dies wird weitgehend mit der Konjunkturzuversicht der Konsumenten begründet. Auch zeigen jüngste Umfragen, dass die "Geiz-ist-Geil"- Welle langsam abebbt und der Trend wieder zu Qualität und Wertbeständigem geht. Allein für flache Fernseher gaben die Deutschen in 2006 über 3,6 Milliarden Euro aus.

Stimmung der Unternehmen so gut wie in den frühen 90ern

Trotz Mehrwertsteuererhöhung sind die Unternehmenschefs in Deutschland sehr guter Dinge. Das wichtigste Konjunkturbarometer stieg im Dezember von 106,8 auf 108,7 Punkte. So gut war die Stimmung in den Firmen zuletzt Anfang der 90er Jahre. Die gute Stimmung hat alle Branchen angesteckt und betrifft sowohl die aktuelle Lage der Unternehmen als auch die Erwartung für die nächsten sechs Monate.

Wie im Vormonat erwartet, rückte durch die guten Daten die derzeitige US Dollarschwäche in den Hintergrund und der DAX stieg auf Anfang des Jahres noch ungeahnte 6.600 Punkte. Mit einem Jahresendstand von 6.597 Punkten übertraf der Index selbst unser Jahresendziel von 6.300 Punkten um fast fünf Prozent. Insgesamt legte der Index somit 21,32% im Jahresverlauf zu. Mit Blick auf die hervorragenden Fundamentaldaten dürfte es im Januar kein Problem sein, die Marke von 6.600 Punkten nachhaltig zu überschreiten.

EZB stellt weitere Zinserhöhungen in Aussicht

Deutschland/ Europa
Die obersten Währungshüter der Eurozone erhöhten im Dezember erwartungsgemäß den Leitzins um 25 Basispunkte auf nun 3,5%. Gleichzeitig kündigte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet weitere Zinserhöhungen in 2007 an. Der Hinweis auf die mittelfristigen Preisrisiken und die erneute Aussage von Herrn Trichet, dass die EZB mögliche Inflationsrisiken "sehr aufmerksam" beobachten werde, weisen auf eine weitere Zinserhöhung im Februar hin. Bislang hatte die EZB jeweils zwei Monate nach Verwendung dieser Schlüsselwörter einen weiteren Zinsschritt vorgenommen.
Der Konjunktur scheinen die steigenden Zinsen jedoch nicht zu schaden. Erstmals seit Monaten erholte sich der Konjunkturindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Dezember. Der viel beachtete Indikator kletterte um 9,5 Punkte und steht nun bei minus 19,0 Punkten. Experten hatten lediglich eine Erholung bis auf minus 25 Punkte gesehen. Laut ZEW-Präsident Wolfgang Franz sei nun wohl die Talsohle durchschritten. Der aktuelle Wirtschaftsaufschwung habe an Breite gewonnen und bilde ein stabiles Fundament für das Jahr 2007. Diese Einschätzung wurde durch einen ebenfalls stärker als erwartet gestiegenen ifo-Geschäftsklimaindex bestätigt.