Mittwoch, Februar 14, 2007

Saudi Arabien sieht fairen Ölpreis bei 45-50 US$

Nun ist doch noch der Winter in der nördlichen Hemisphäre angekommen und lies den Ölpreis moderat steigen. Mit einem Preis von ca. 55 US$/Barrel können allerdings die meisten Unternehmen gut leben. Beruhigend auf den Ölpreis wirkte sich ein Artikel der New York Times aus. Dem Artikel zu Folge hat Saudi Arabien kein Interesse an einer erneuten deutlichen Verteuerung des Ölpreises, will aber im Gegenzug einen Boden bei 45-50 US Dollar etablieren. Ob dies schon eine Auswirkung der Reden des US-Präsidenten ist, der wiederholt die Unabhängigkeit vom Erdöl aus dem Mittleren Osten und einen sparsameren Ölverbrauch forderte, kann man nur vermuten. Den Unternehmen kann eine solche stabile Kalkulationsgrundlage nur Recht sein.

Südkoreas Elektronikriesen schwächeln

So wenig wie das Handeln der Bank of Japan konnten auch die Unternehmensergebnisse überzeugen. Gerade die Technologiewerte verfehlten ihre Ziele und das nicht nur in Japan. Auch die südkoreanischen Elektronikhersteller Samsung und LG Electronics mussten im Schlussquartal 2006 einen Gewinnrückgang hinnehmen. Vor allem der Preisverfall bei Flachbildschirmen machte den Unternehmen zu schaffen. LG Electronics vermeldete einen Gewinneinbruch von 85%, während Samsung mit einem "blauen Auge" davon kam. Der Reingewinn von Samsung sank im Ende Dezember abgelaufenen Quartal um 8,5%, wobei Analysten mit einem Rückgang in diesem Ausmaß gerechnet hatten. Enttäuscht zeigten sich die Analysten allerdings von den gesunkenen Gewinnmargen und dem wenig optimistischen Ausblick 2007 beider Unternehmen.

Bank of Japan verspielt Vertrauen der internationalen Anleger

Die Bank of Japan (BoJ) hat im Januar mit ihrer Entscheidung den Leitzins unverändert zu lassen, die Märkte überrascht. Nachdem wochenlang versteckte Andeutungen gemacht und die Anleger so auf einen erneuten Zinsschritt vorbereitet wurden, passierte letztlich doch nichts. Während sich der japanische Notenbankchef Toshihiko Fukui beeilte zu beteuern, dass die Entscheidung ausschließlich nach Analyse konjunktureller Daten erfolgt sei, bleibt ein fader Nachgeschmack. Zu groß ist der Eindruck, dass sich die BoJ dem Druck der Politik gebeugt hat, die dem wirtschaftlichen Aufschwung noch nicht traut und fast täglich verbale Attacken in Richtung der Zentralbank abgefeuert hat. Hinzu kommt, dass die japanische Schuldenlast explodieren würde, sollten die Zinsen für Staatsanleihen zu schnell steigen. Neben der beschädigten Reputation der BoJ ist mit dem Einknicken auch die Unabhängigkeit der Notenbank und deren Präsidenten in Frage gestellt. Hatte sich doch die Mehrheit der Politiker vor Fukui gestellt und ihn im Amt belassen, trotz der Geschäftsbeziehung zu dem im letzten Jahr wegen Insiderhandels verhafteten Fondsmanager Yoshiaki Murakami. Ob die erwarteten Zinserhöhungen im Laufe des Jahres nun kommen, steht in den Sternen. Für einen stabilen Yen wären sie mittlerweile fast schon überfällig.

Venezuela droht mit Verstaatlichung

Die Ankündigung einer Verstaatlichung von Großkonzernen in Venezuela hat die Börse des südamerikanischen Landes in den Keller geschickt. Einige Aktien, wie die Telefongesellschaft CANTV, das größte Privatunternehmen Venezuelas, fielen um bis zu 30%. Insbesondere internationale Anleger verkauften ihre Positionen nicht nur in Caracas, sondern auch in den anliegenden Ländern, in Sorge vor einem weiteren Linksruck in Lateinamerika. Neben Venezuela regiert auch in Bolivien, dem größten Erdgaslieferanten Brasiliens, eine sozialistische Regierung. Hier kam es bereits im letzten Jahr zu Enteignungen ausländischer Investoren.

Ford mit Rekordverlust

Während die Indexschwergewichte Microsoft und der Baumaschinenhersteller Caterpillar mit Blick auf die Quartalszahlen ihre Gewinnprognosen erhöhten, vermeldete Ford den höchsten Verlust in seiner 103-jährigen Firmengeschichte für das vergangene Jahr. Das Minus im Geschäftsjahr 2006 lag bei 12,7 Mrd. US$, wovon alleine im letzten Quartal 5,8 Mrd. US$ angefallen sind. Da 9,9 Mrd. US$ des Verlustes auf das laufende Sanierungsprogramm fallen und Ford sowohl in Europa als auch in Lateinamerika Gewinne ausweisen konnte, werten die meisten Analysten das Ergebnis als Talsohle und erwarten zukünftig Auswirkungen des Sanierungsprogramms.