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Attraktivität deutscher Unternehmen nicht nur von Wahl abhängig
Oktober 26, 2005 | Leave a Comment
Das überraschende Wahlergebnis mit knappen Mehrheitsverhältnissen und die daraus resultierenden schwierigen Koalitionsverhandlungen, dürfte auch im Oktober für Unsicherheit und Volatilität an den Aktienmärkten sorgen. Das Ergebnis der vorgezogenen Bundestagswahlen zeigt, dass die deutschen Wähler nur dann mehrheitlich für einschneidende Reformen sind, wenn diese sozialverträglich sind. Trotzdem dürfen Reformen nicht ausbleiben. Die desolate Lage der Staatsfinanzen, belastet insbesondere durch die Sozialversicherungssysteme und die strukturelle Arbeitslosigkeit, lässt keiner künftigen Regierungskoalition eine andere Wahl. Trotz aller Rhetorik im Wahlkampf wird es zu Reformen kommen, auch wenn einige der geplanten Reformprojekte in Tempo und Ausmaß bescheidener ausfallen werden als unter einer schwarz-gelben Koalition. Es mehrt sich jedoch unter den Volkswirten die Hoffnung, dass bei einer großen Koalition eine größere Akzeptanz für Veränderungen in der Bevölkerung erreicht wird. Im DAX spiegelte sich diese Erkenntnis in der zweiten Septemberhälfte dann auch sehr schnell wider.
Tatsache ist, dass die Attraktivität deutscher Unternehmen nicht nur von möglichen politischen Reformen im Inland abhängt. Vielmehr sind deutsche Aktien weiterhin als preiswert einzustufen, da die Unternehmen in der Lage waren ihre Margen trotz allgemein schwacher Nachfrage zu stabilisieren oder sogar weiter auszubauen. Nachdem der Ölpreis sich gegen Monatsende stabilisierte, konnte man auch einen deutlichen Anstieg im DAX verzeichnen. Für das restliche Jahr sollten nun die fundamentalen Daten der Unternehmen wieder mehr im Vordergrund stehen. Insbesondere wird die Berichtssaison zum 3. Quartal in den Fokus rücken. Positiv hoffen lässt der Ende September von 94,6% auf 96% gestiegene Ifo-Geschäftsklimaindex. Der Index gilt als Indikator für die Entwicklung der Konjunktur in Deutschland. Monatlich werden ca. 7000 Unternehmen zu ihrer gegenwärtigen Geschäftslage und Ihren Erwartungen für die nächsten sechs Monate befragt. Die sich aufhellenden Erwartungen in Verbindung mit den von den meisten Analysten erwarteten guten Zahlen für das 3.Quartal, machen einen weiteren Anstieg des DAX im hohen einstelligen Prozentbereich bis zum Jahresende weiterhin möglich.
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