Die Insolvenz der amerikanischen Bank Lehman Brothers hat einigen deutschen Anlegern Verluste in nicht unerheblicher Höhe beschert. Zwar haben deutsche Privatanleger kaum direkte Anlagen bei Lehman Brothers, allerdings sind nicht wenige über andere Anlagevehikel, wie Zertifikate engagiert. Lehman Brothers hat in Deutschland mehr als 100 Zertifikate aufgelegt und diese z. B. über die Citibank, Genossenschaftsbanken und Sparkassen vertrieben. Da es sich bei Zertifikaten rechtlich um Inhaberschuldverschreibungen handelt sind diese nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung gesichert. Die Ansprüche der Anleger müssen aus der Konkursmasse befriedigt werden. Anleger in Zertifikaten tragen daher neben dem Marktrisiko stets auch das Emittentenrisiko. Dies gilt auch bei Garantiezertifikaten. Diese schließen nur das Marktrisiko aus, indem sie bei Fälligkeit die Rückzahlung zum Ausgabekurs versprechen. Bei Insolvenz der emittierenden Bank ist die Garantie wertlos und es kommt zu einem Totalverlust. Wie hoch die Verluste für die Lehman Anleger sein werden, kann derzeit noch nicht beziffert werden. Damit erweisen sich die im Vergleich zu Fonds als preiswerte Alternative beworbenen Zertifikate als die wesentlich riskantere Anlageform.


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