Aufsehen erregte Porsche mit seiner Ankündigung, man wolle sich mit 20% am Stammkapital der VW AG beteiligen. Der profitabelste Autobauer Europas wird durch diesen Schachzug größter Aktionär beim größten Autobauer Europas. Porsche möchte mit diesem Schritt sowohl die Geschäftsbeziehung zu VW als auch einen wesentlichen Teil der eigenen Zukunftsplanungen langfristig sichern. VW ist für Porsche nicht nur ein wichtiger Entwicklungspartner, sondern auch ein bedeutender Lieferant für etwa 30% des Absatzvolumens. Porsche und VW haben gemeinsam einen Luxusgeländewagen entwickelt, der von Porsche unter dem Namen Cayenne und von VW unter dem Namen Touareg verkauft wird. Außerdem wollen beide gemeinsam einen Hybridantrieb aus Benzin- und Elektromotor entwickeln. Porsche-Chef Wiedeking befürchtete, das Unternehmen VW könne von einem Hedge-Fonds übernommen und zerlegt werden, was die Zukunftsplanung für Porsche erheblich erschweren würde. Porsche verfügt derzeit über schätzungsweise 3 Mrd. € Barreserven. Dies entspricht auch dem derzeitigen Marktwert des Aktienpaketes. Der Rückschlag für die Porsche Aktie von über 10% am Tag der Bekanntgabe lässt sich nur mit der Enttäuschung der Aktionäre begründen, die auf eine Ausschüttung als Sonderdividende spekuliert haben. Da VW aber nicht nur als strategischer Partner für Porsche wichtig ist, sondern auch eine interessante Dividendenrendite bietet, könnte sich das Engagement von Porsche, entgegen der Meinung vieler Analysten, als positiv herausstellen.


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