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Geldanlage sicher Deutschland: starker Export, kein Konsum
November 3, 2004 | Leave a Comment
Ist der Aufschwung in Deutschland schon vorbei, bevor er überhaupt angefangen hat? In dem Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute steht geschrieben, dass Deutschland wahrscheinlich dieses Jahr um 1,8 Prozent wachsen wird. In 2005 sollte das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 1,5 Prozent zunehmen. Die Konjunkturexperten erwarten weltweit eine wirtschaftliche Abkühlung. Die Weltkonjunktur wird dennoch auf hohem Niveau bleiben. Eine Abkühlung ist noch lange kein Abschwung oder eine Rezession!
Zur miesen Stimmung in Deutschland trägt die ständige Diskussion über Reformen der Sozialsysteme bei. Das haben die Bundesbürger selbst verschuldet (wir alle!). Wer über 20 Jahre seine Sozialsysteme nicht den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anpasst und scheuklappenartig an Vater Staat glaubt, muß sich nicht wundern, wenn so komplexe Themen wie Kranken- oder Rentenversicherung auf einmal öffentlich in so kurzer Zeit diskutiert werden. Da die Reformen für Unsicherheit sorgen, bleibt die Geldbörse für Konsumausgaben verschlossen. Die Binnennachfrage ist aber ein wichtiger Faktor bei der Steigerung des Bruttoinlandsprodukts. Das oben angeführte Wachstum von 1,8 Prozent in 2004 ist größtenteils den deutschen Exporten zuzurechnen. Da die Weltkonjunktur so gut wie in den letzten 25 Jahren nicht mehr läuft, profitiert Deutschland wie in der Vergangenheit von seinem Maschinenbau und langlebigen Investitionsgütern, die weltweit nachgefragt werden. Konjunkturexperten rechnen in 2005 mit weniger Außenhandel und damit mit einem schwächeren Wachstum in Deutschland, weil die Wachstumsraten der Weltwirtschaft auf hohem Niveau abnehmen werden.
Schon allein der gestiegene Ölpreis wird seine Spuren hinterlassen. Dennoch ist eine Prognose von 1,5 Prozent eine gute Ausgangsbasis für 2005. Sollten die Reformen (erste Schritte in der Gesundheits- und Arbeitsmarktreform) nächstes Jahr greifen und der Deutsche nur ein wenig aus seiner Konsumlethargie erwachen, ist ein Wachstum größer als 1,5 Prozent möglich.
Dass die Stimmung bei den Bürgern schlechter ist als die Lage in der deutschen Wirtschaft, zeigt auch der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat Oktober. Der Konjunkturfrühindikator ist trotz Ölpreisrisiko und festem Euro nicht gefallen und hat im Vergleich zum Vormonat stagniert. Marktbeobachter hatten mit einem fallenden Indikator gerechnet.
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