Die schwedische Zentralbank hat Mitte Juni überraschend stark den Leitzins von 2,0 Prozent auf 1,5 Prozent gesenkt. Die Währungshüter sehen Risiken in der sich eintrübenden Wirtschaftsdynamik. Niedrige Zinsen können stimulativen Einfluss auf eine Volkswirtschaft haben. Schweden gehört nicht zur Eurozone, aber ist Mitglied der Europäischen Union. Zahlungsmittel in dem skandinavischen Land ist die Schwedische Krone. Da Schweden nicht den Euro als Währung eingeführt hat, kann die schwedische Notenbank eine selbstständige Geldpolitik verfolgen. Auch zwei Mitglieder die Bank of England haben in der letzten Sitzung für Zinssenkungsphantasie auf der Insel gesorgt. Die Bank of England veröffentlicht ein Protokoll der Ratssitzung. So können sich die Marktteilnehmer ein Bild über die künftige Notenbankpolitik machen. Die Europäische Zentralbank oder die FED publizieren keine Sitzungsprotokolle. Die Mitglieder der Notenbanken artikulieren ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage über die Medien.
Die Lockerung der Leitzinsen in Schweden und Zinssenkungsphantasien in Großbritannien haben Spekulationen über einen möglichen Zinsschritt nach unten in der Eurozone ausgelöst. Die Eurozone-Rentenmärkte reagierten auf das schwache Zinsumfeld mit einer Kursrallye. Inflation spielt in der augenblicklichen Lage keine Rolle. Steigende Anleihekurse bedeuten fallende Renditen. Von Seiten der EZB muss allerdings konstatiert werden, dass Zinssenkungserwartungen regelmäßig einen Dämpfer bekommen. Nach Bekanntgabe der Zinssenkung in Schweden gab die Gemeinschaftswährung nach und näherte sich einem Neunmonatstief.
Die Zinserwartungen in der Eurozone und die politische Krise in der Europäischen Union setzten den Euro im Juni unter Druck. Die Europäische Einheitswährung leidet vor allem unter der Zinsschere zwischen Euroland und den USA. Nach der Leitzinserhöhung der US-Notenbank Ende Mai auf 3,25 Prozent rechnet der Markt mit weiteren Zinsschritten nach oben. In der Eurozone gehen Marktteilnehmer eher von einer Absenkung der Notenbankzinsen aus. Als Hauptgrund wird häufig das schwache Wirtschaftswachstum genannt. Kurzum: In den USA steigen die Zinsen und in Europa sollten sie tendenziell fallen. Damit ist es für Investoren interessanter, Geld in US-Anleihen anzulegen – es gibt einfach mehr Zinsen. Da das Geld augenblicklich dorthin fließt, wo es mehr rentiert, tauschen Anleger an den Währungsmärkten Euro gegen US-Dollar oder Yen gegen US-Dollar. Dies hat zur Konsequenz, dass aufgrund der gestiegenen Nachfrage der Greenback (US-Dollar) aufwertet.


Benutzer, die diese Seite fanden, suchten auch nach:

  • Schwedische Krone Geldanlage

Ähnliche Artikel