Inflationsängste bestimmen derzeit das Geschehen an den Märkten. Die jüngsten Äußerungen von EZB-Chef Trichet, der im Zusammenhang mit Inflationsrisiken jetzt von hoher Wachsamkeit spricht, deuten an, dass die EZB eher früher als später der Entwicklung der Teuerungsraten Rechnung trägt und an der Zinsschraube dreht. Auf eine bevorstehende Zinserhöhung weist auch der starke Anstieg der Geldmenge M3 hin. Die Geldmenge M3 setzt sich aus dem im Umlauf befindlichen Bargeld, Sichteinlagen, Termineinlagen von Nichtbanken unter 4 Jahren sowie Spareinlagen mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten zusammen. Durch die Beschleunigung des Geldmengenwachstums hat sich der Liquiditätsüberhang erheblich vergrößert und damit auch die Inflationsgefahr. Alles deutet darauf hin, dass die EZB den Leitzins bereits im 1. Quartal 2006 auf 2,25% anheben wird und 1 bis 2 Zinsschritte folgen werden. Dies bedeutet gleichzeitig ein Ende der Bondrallye, da die Anleger in Zeiten steigender Zinsen längere Laufzeiten in kurze umschichten. Trotz der erwarteten EZB Zinsschritte geht die Mehrheit der Analysten von einem höheren Zinsanstieg in den USA aus. Hierdurch sollte sich der Effekt der fallenden Kurse für europäische Rentenpapiere durch den Zinsanstieg noch durch die Umschichtung internationaler Anleger in US-Rentenpapiere potenzieren.


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