Die internationale Finanzkrise sorgte im September für Schlagzeilen über europäische Finanzinstitute. Erst wurde der fast illiquide Baufinanzierer Halifax Bank of Scotland (HBOS) durch den Versicherer Lloyds übernommen, dann wird der Finanzkonzern Fortis teilverstaatlicht. Zu guter Letzt verunsicherte die Marktteilnehmer die Nachricht, dass ein Bankenkonsortium den DAX Konzern Hypo Real Estate mit Kreditzusagen in zweistelliger Milliardenhöhe vor dem Kollaps bewahrt hat. Was steckt dahinter? Im Fall der HBOS, mit rund 20 Prozent Marktführer im britischen Hypothekengeschäft, häuften sich Abschreibungen im Zuge der britischen Immobilienkrise. Durch den Preisrückgang bei britischen Privatimmobilien verschlechterten sich die Bewertungen der beliehenen Immobilien, gleichzeitig stiegen die Verwertungen der Sicherheiten. Dies führte mangels Nachfrage auf dem britischen Immobilienmarkt zu Verlusten. Durch die Übernahme von Lloyds sinken die Risiken des Kreditportfolios stark, da Lloyds über ein wesentlich risikoärmeres Hypothekenportfolio verfügt. Der ebenfalls angeschlagene Finanzkonzern Fortis wurde durch die Regierungen Belgiens, Luxemburgs und der Niederlande teilweise verstaatlicht. Mit insgesamt 11,2 Mrd. Euro kauften die Staaten 49 Prozent von Fortis. Der Einstieg der Staaten bei Fortis, so hoffen die Beteiligten, soll das Vertrauen der Sparer in die Kapitalbasis wieder herstellen und die Unsicherheit über die Kreditwürdigkeit der Bank beenden.


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