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Terroranschläge in London verunsichern die Kapitalmärkte kaum, Sommerrallye statt Sommerloch
August 24, 2005 | Leave a Comment
Die Anschläge von London führten zu starken Kursverlusten, die allerdings innerhalb von zwei Tagen wieder aufgeholt wurden. Schnell entstand die einhellige Meinung, das die wirtschaftlichen Schäden und die Auswirkung auf die Konjunktur gering sein werden. In den USA schloss der Dow Jones Ind. noch am selben Tag im Plus. Zum Vergleich, nach den Anschlägen in Madrid dauerte es vier Wochen bis die Aktienmärkte die Verluste aufgeholt hatten. Auch die Anschläge im ägyptischen Urlaubsort Scharm el Scheich belasteten die Aktienmärkte kaum. Es scheint, dass die Marktteilnehmer schneller die wirtschaftlichen Auswirkungen einschätzen. Unsicher bleibt, ob dieses Verhaltensmuster auch bei künftigen Anschlägen gilt. Je nach Ausmaß und Ort eines neuen Terroranschlags sind auch nachhaltige Kursverluste möglich. Der Dax markierte im Laufe des Monats mehrfach neue Dreijahreshochs. Gestiegene Einzelhandelsumsätze, gestiegene Auftragseingänge in der deutschen Industrie und die bevorstehende Bundestagswahl beflügeln die Fantasien der Anleger und treiben den Dax Richtung der 5000er Marke. Nachdem Bundespräsident Köhler den Weg für Neuwahlen frei machte, scheint es jetzt unwahrscheinlich, dass das Bundesverfassungsgericht die Neuwahlen im September noch stoppt. Das die EZB den Leitzins entgegen der Hoffnung einiger Politikern und Analysten nicht senkte, sondern auf 2% hielt, trübte das Gesamtbild nur kurz ein. Die EZB begründete diese Entscheidung mit den möglichen inflationären Auswirkungen aufgrund des Anstiegs des Ölpreises und einer eventuellen Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland. Gleichzeitig deutete die EZB allerdings auch an, dass sie keine Notwendigkeit für eine Leitzinserhöhung sieht, sofern sich die Inflationsaussichten nicht noch weiter verdunkeln. Auch dies wurde von den europäischen Aktienmärkten honoriert, da sich auf absehbare Zeit die Spanne zwischen Dividendenrenditen (ca. 3,5% beim Stoxx50) und Kapitalmarktzinsen (3,2% bei 10-jährigen Bundesanleihen) nicht zu vergrößern scheint. Im Eurostoxx50 stieg Groupe Danone um über 15%, nachdem sich am Markt Übernahmegerüchte durch Pepsico rumsprachen. Danone, der Hersteller von Evian, Danone-Joghurts und LUC Keksen, ist einer der größten Abnehmer der französischen Landwirtschaft. Schon deshalb und aus Nationalstolz kündigte die französische Regierung an, Danone vor einer feindlichen Übernahme zu schützen. Nachdem Pepsico allerdings der französischen Börsenaufsicht mitteilte, dass keine Übernahme vorbereitet wird, ging der Kurs von Danone wieder kräftig zurück. Ansonsten trieben auch im Eurostoxx 50 die überwiegend positiven Unternehmenszahlen zum 2. Quartal die Kurse nach oben. Nur der neue Höchststände markierende Ölpreis dämpfte immer wieder mal die positive Stimmung. Überraschend ist auch das trotz des stetig gestiegenen Ölpreises der Autoabsatz in Westeuropa auf Rekordniveau gestiegen ist. Insbesondere in Deutschland (8%) und Frankreich (3%) lag der Absatz im Juni deutlich höher als im Vorjahr. Mit Blick auf das sich aufhellende Marktumfeld haben einige Analysten ihre Jahresendprognose für den Dax auf 5200 bis 5300 Punkte angehoben.
Die Konsolidierung an den europäischen Rentenmärkten hält an.Nachdem die Rendite 10jähriger Bundesanleihen neue Tiefs markierten liegt sie inzwischen wieder bei ca. 3,2%.
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