Weltweit gibt es derzeit nur ein bestimmendes Thema: Die Finanzkrise und die Frage – “Was steht uns noch bevor?” Die weltweite Vertrauenskrise sorgt dafür, dass die Geldinstitute sich gegenseitig kaum noch kurzfristige Kredite geben und sorgte im September ein ums andere Mal für Liquiditätsengpässe bei einigen Instituten. Obwohl die internationalen Notenbanken durch massive Bereitstellung von Liquidität den Geldmarkt liquide hielten, sank das Vertrauen der Anleger und sorgte so in den USA und in Asien dafür, dass Anleger massiv ihre Einlagen bei Kreditinstituten abzogen. Die Unsicherheit an den internationalen Aktienmärkten sorgte dafür, dass branchenübergreifend Aktien verkauft wurden, egal ob die jeweiligen Unternehmen betroffen sind oder nicht.
Die Ereignisse im September sorgten erneut für einen massiven Vertrauensverlust bei den internationalen Anlegern. Trotz des beherzten Eingreifens einzelner Regierungen und der Notenbanken weltweit bleiben die Investoren extrem skeptisch und werden auch im Oktober für eine größere Schwankungsbreite an den Märkten sorgen. Für eine teilweise Rückkehr des Vertrauens in die Märkte und somit für eine Stabilisierung dürften jedoch die anstehenden Unternehmenszahlen zum dritten Quartal sorgen. Die derzeit vorrangig genannten Sorgen, Finanzkrise und Rezession, sollten sich anhand der Zahlen besser einschätzen lassen. Nicht wenige Unternehmen dürften die Erwartungen der Analysten überbieten, da diese überwiegend ihre Gewinnerwartungen so stark gesenkt haben, dass man eine Übertreibung vermuten kann. Das gesamte Umfeld zeigt wieder eindrucksvoll, dass eine ausgewogene Vermögensaufteilung (Asset Allokation) das A und O für den Erfolg der Gesamtanlage ist. Kurzfristig orientierten Anlegern kann das derzeitige Marktumfeld noch die eine oder andere Überraschung bieten, während sich langfristig orientierten Anlegern interessante Einstiegsmöglichkeit bieten. Mit Blick auf die anstehende Abgeltungssteuer sollten deutsche Privatanleger sich vom derzeitigen Umfeld nicht davon abhalten lassen eventuell notwendige strategische Umschichtungen in ihrem Portfolio vorzunehmen.


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