Trotz der überwiegend guten Unternehmenszahlen überwiegen derzeit die Verkäufe am Markt. Dies kann zum Teil auch auf die Urlaubssaison in den USA zurückgeführt werden. Wenige Anleger beteiligen sich derzeit am Handel. Das Einbrechen der US-Neubauverkäufe im privaten Immobiliensektor beeinflußt den Markt dadurch stärker und sorgt gerade in der Urlaubszeit für stärker fallende Kurse. Die Rede des US-Notenbankchefs Bernanke verstärkte die Verunsicherung der wenigen Marktteilnehmer. In seinen Reden vor dem US-Kongress betonte er erneut die Inflationssorgen der FED, was für Verwirrung unter den Analysten sorgte, da die Inflation sich seit Monaten innerhalb der von der FED definierten “Wohlfühlzone” befindet.
Die derzeitige Unruhe konnte auch ein überraschend gut ausgefallener Einkaufsmanagerindex nicht besänftigen. Das vom amerikanischen Institute for Suppley Management (ISM) ermittelte Konjunkturbarometer erreichte mit 56 Punkten den höchsten Stand seit April 2006 und zeigte, dass die Einkäufer der US-Unternehmen vermehrt Waren für die Weiterverarbeitung einkaufen. Sicherlich nicht in Erwartung schlechterer Absatzzahlen.
Obwohl der private Wohnungsbau sich weiterhin schwach zeigte, sind die Bauausgaben deutlich gestiegen. Dass der gewerbliche Bau um 22 Prozent anstieg, legt die Vermutung nahe, dass die derzeitigen Probleme am privaten Immobilienmarkt nur einen sehr geringen Einfluss auf Gesamtwirtschaft der USA haben. Diese These wird zusätzlich gestützt durch die Tatsache, dass die US-Wirtschaft trotz aller vorhandenen Probleme um satte 3,4 Prozent im Frühjahr gewachsen ist. Vieles spricht also dafür, dass die derzeitige Korrektur der US-Indizes spätestens nach der Urlaubssaison beendet ist.


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