Der Ölpreis hält die internationalen Finanzmärkte fest im Griff. Analysten sehen einen neuen Anstieg auf bis zu 68 Dollar für das Barrel Brent Crude Oil kommen. Selbst eine Ausweitung der Förderquoten kann die Preishausse nicht stoppen. Die Ölförderländer scheinen an ihren Kapazitätsgrenzen zu produzieren. Auf der Nachfrageseite kommt es zu keiner Entspannung. Ganz im Gegenteil: In den USA beginnt die Ferienzeit, in der erfahrungsgemäß der Ölpreis ansteigt, weil die Nachfrage stark zunimmt. Gleichzeitig bleibt die globale Nachfrage konstant. Europäer leiden augenblicklich besonders stark unter den hohen Preisen. Da Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, steigen die Preise an der Zapfsäule für uns besonders kräftig. Der nachgebende Euro macht Öl teurer, das ohnehin auf Dollarbasis steigt. Der Höhenflug des Ölpreises birgt Risiken für Anleihen wie für Aktien. Einerseits könnte der Preis für das schwarze Gold die Preisstabilität untergraben. Dem müssten die Notenbanken mit steigenden Leitzinsen entgegenwirken. Andererseits ist der feste Ölpreis eine Bedrohung für die Konjunktur. Unternehmen leiden unter höheren Rohstoffkosten und Konsumenten haben weniger in der Tasche, weil Benzin teuerer geworden ist. Im Prinzip wirkt der haussierende Ölpreis wie eine Steuererhöhung.
Die Rekord-Ölpreise belasteten vor allem den US-Aktienhandel in der zweiten Junihälfte. Aktien von Fluggesellschaften und Automobilkonzernen reagieren mit besonders hohen Abschlägen auf Barrelpreise jenseits der 60-Dollar-Marke. Auch die europäischen Fluglinien kamen unter Druck. Profiteure sind die Erdölkonzerne. Die Ölgesellschaften Royal Dutch, Eni, Exxon Mobile oder Total markieren an den Börsen neue Höchststände.


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