Die amerikanische Zentralbank hat zum dritten Mal in Folge die Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt auf 1,75 Prozent angehoben. Die Zinserhöhung war von den Finanzmärkten erwartet worden. Sie haben gelassen reagiert. Marktteilnehmer rechnen mit weiteren Zinserhöhungen für die größte Volkswirtschaft der Welt. An den Terminmärkten wird bis zum Jahresende ein Zinssatz von 2 Prozent gehandelt (Fed-Fund-Futures). Da die Konjunktur gut läuft, bedarf es keiner geldpolitischen Anschubfinanzierung mehr. Die “maßvollen” (FED-Zitat) Anhebungen sollten bis auf ein konjunkturneutrales Niveau erfolgen. Bei einem prognostizierten jährlichen Wirtschaftswachstum von 3,5 bis 4 Prozent sollte das Zinsniveau bei rund 4 Prozent liegen. Die Marke von vier Prozent gilt als weder stimulierend noch bremsend für die wirtschaftliche Entwicklung.
In ihrer Kommentierung der Zinsentscheidung verweist die US-Notenbank darauf, dass die Wirtschaft nach der Wachstumsdelle durch den gestiegenen Ölpreis wieder Tritt fasst. Die Entwicklung der Beschäftigung sei moderat und Inflationszahlen und Erwartungen flachen sich nach einem Rückgang der Energiepreise ab. Die Rentenmärkte teilen diese Ansicht nicht. Die richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihe (Treasurie) notiert bei rund 4 Prozent. Anleiheinvestoren rechnen mit weniger Wirtschaftswachstum und geringerer Inflation als die Notenbank. Die US-Börsen sind vom Stimmungsbild neutral bis leicht negativ. An den Terminmärkten rechnet die Mehrheit mit fallenden Kursen.


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