Wie auch in den anderen Industriestaaten sind die Unternehmensergebnisse stark an den Ölpreis gebunden. Die ausgebliebenen Schäden im Golf von Mexiko ließen den Ölpreis wieder in Richtung 60 US Dollar sinken. Die Ausweitung der Förderkapazität um 2 Mio. Barrel pro Tag durch die Opec wird aber kaum weitere Entlastung bringen. Das zusätzlich von der Opec angebotene Öl kommt zum größten Teil aus Saudi Arabien und ist sehr schwer und schwefelhaltig. Diese Qualität kann nur von wenigen leistungsstarken Raffinerien verarbeitet werden. Gleichzeitig sind die Förderkapazitäten der Opec somit weitgehend ausgeschöpft. Sollte es zu einem Ausfall von Förderkapazitäten kommen, können diese kaum noch ausgeglichen werden. In diesem Zusammenhang ist es für die Weltwirtschaft umso wichtiger, dass der ungeklärte Streit mit dem Iran über dessen Atomprogramm friedlich geklärt wird.
Positiv auf den Ölpreis kann sich auswirken, dass die Bestände von Heizöl über denen des Vorjahres liegen und mit einem milden Winter in der nördlichen Hemisphäre gerechnet wird.

Neben den kurzfristigen politischen Einflussfaktoren stand der Monat September überwiegend unter dem Einfluss der Hurrikans Katrina und Rita. Die Erleichterung über die verhältnismäßig geringen Schäden für die Infrastruktur im und am Golf von Mexiko bescherten uns einen positiven Monatsausklang. Bei ausbleibenden Umweltschäden und einer politischen Eskalation im Nahen Osten ist ein weiterer Rückgang des Ölpreises wahrscheinlich. Dies sollte im Oktober für ein positives Umfeld für die Aktienmärkte sorgen. Mit Spannung werden die Unternehmenszahlen für das 3. Quartal erwartet, die jedoch keine größeren Überraschungen bringen sollten.


Benutzer, die diese Seite fanden, suchten auch nach:

  • auto

Ähnliche Artikel