Mai
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Indien wächst und gedeiht
Mai 24, 2005 | Leave a Comment
Noch steht Indien im Schatten der aufstrebenden Wirtschaftsmacht Asiens, China. Doch auch in Indien kann sich die wirtschaftliche Entwick- lung der letzten Jahre sehen lassen. Die Parallelen zwischen Indien und China sind unverkennbar: Agrarstaaten mit rasch wachsender Bevölkerung, günstigen Arbeitskosten und hohem Konsumpotential. Indien geht bei der wirtschaftlichen Öffnung allerdings einen etwas anderen Weg als China. Während China sich als “Werkbank” der Welt etabliert hat, macht Indien vor allem durch Erfolge im Dienstleistungsbereich wie Software, Out- sourcing oder Call Center von sich reden. Das Land stützt sich dabei auf eine junge, gut ausgebildete, englisch sprechende Bevölkerung. Der Servicesektor macht mittlerweile mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung aus. Weitere Stärken weist Indien im Pharmabereich durch die Produktion günstiger Generika oder in der Automobil- und Textilwirtschaft auf. Und nicht zuletzt profitierten die Stahl- und Zementhersteller des Landes vom Hunger Chinas nach Rohstoffen.
Der Boom in diesen Branchen kann allerdings nicht darüber hinweg- täuschen, dass sie nur einem Bruchteil der Inder Arbeitsplätze bieten und das Wachstum weite Kreise der Bevölkerung noch nicht erreicht hat. Der Industriesektor, das Standbein des chinesischen Wachstums, hat mit der Expansion des Dienstleistungsbereichs nicht Schritt gehalten. Hier wird auch der Vorsprung Chinas erkennbar, das bei Investitionen, nicht zuletzt auch von ausländischer Seite, die Nase deutlich vorn hat.
Indien erwirtschaftet mit 17 Prozent der Weltbevölkerung nur 2 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Das Potential ist nicht zu übersehen, über die Risiken eines Indieninvestments sollte man sich aber im Klaren sein. Zwar gilt die Korrelation (Zusammenhang zwischen zwei Märkten) mit den weltweiten Börsenplätzen als gering – da Exporte für die indische Wirtschaft eine eher geringe Rolle spielen – doch schließlich herrscht kein Mangel an internen Risikofaktoren.
An die Aktienmärkte ist Verunsicherung (Volatilität) zurückgekehrt. Gleichzeitig haben die Rentenmärkte mit fallenden Renditen ein weniger optimistisches Szenario eingepreist. Das rückläufige Verbrauchervertrauen in den USA und die verringerte OECD-Prognose für die Weltwirtschaft könnten die Börsen im Mai belasten. Die europäischen Aktienmärkte sollten in den kommenden Monaten ihre Outperformance gegenüber der Wall Street ausbauen können. Europäische Aktien erscheinen relativ günstiger und historisch nicht überteuert. Unterstützung könnten die Börsen durch die rückläufigen Zinsen und einen nachgebenden Ölpreis erfahren.
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