Mai
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Inflationsängste drücken auf Stimmung
Mai 24, 2005 | Leave a Comment
Die über den Erwartungen gelegenen Inflationszahlen haben an Wall Street Mitte April schließlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Mit und ohne gestiegene Energiekosten fielen die Verbraucherpreise stärker aus. Investoren achten auf Inflationszahlen, weil die US-Notenbank sie als Grund für stärkere Zinsanhebungen sehen könnte. Eine restriktivere Geldpolitik ist weder für den Aktien- noch für den Rentenmarkt gut.
Anzeichen für eine schwächere wirtschaftliche Dynamik in den USA sind verhaltene Einzelhandelsumsätze und träge Häuslebauer. Die gestiegenen Zinsen haben wahrscheinlich bremsend auf den Konsum und Hausbau gewirkt. Erste “Stagflationsstimmen” sprechen von einer neuen Ära stagnierenden Wachstums und von Geldentwertung. Das scheint zu viel des Pessimismus. Die Rentenmärkte werten die Wachstumsabschwächung stärker als das Inflationspotential. In der Konsequenz fielen die Renditen von ihren Jahrestops bei rund 4,5 Prozent wieder zurück. Zwar sehen die Terminmärkte für Zinskontrakte kommende Anhebungen der Fed Fund Rates (US-Notenbankzinsen) um 0,25 Prozent im Mai und Juni. Doch rentieren die Kapitalmarktzinsen im zehnjährigen Bereich (Treasuries) bei 4,3 Prozent. Entweder die Renditen steigen in den kommenden Wochen an und der Konjunkturpessimismus war zu viel des Guten – oder die FED macht eine Pause in ihrer restriktiven Geldpolitik. Das schlimmste Szenario wäre Geldentwertung und nachlassendes Wachstum. Die FED wäre dann in dem Konflikt, die Geister der Liquidität (Inflation) einzufangen oder das gesamtwirtschaftliche Niveau mit niedrigen Zinsen zu stützen. Beides gleichzeitig ist nicht möglich.
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