Der Ausfall von rund zehn Prozent der amerikanischen Raffineriekapazitäten durch den Hurrikan Katrina zeigt sich unmittelbar in Benzinpreissteigerungen in den USA und in Deutschland. In den USA sorgt man sich, dass es durch die Raffinerieausfälle zu Benzinengpässen kommen könnte, obwohl die ferienbedingte Reisezeit vorüber ist. Durch den Hurrikan ist zudem das Leitungsnetz beeinträchtigt, das Öl und Benzin aus dem Südosten bis nach Chicago und Denver leitet. In den betroffenen Gebieten am Golf von Mexiko befindet sich rund die Hälfte der gesamten Raffineriekapazitäten der USA neben etwa einem Drittel der Rohölförderkapazität der USA. Die von der US Regierung beschlossene teilweise Freigabe von Öl aus den strategischen Reserve der USA könnte den Rohölpreis kurzfristig dämpfen – nicht aber den derzeitigen Benzinpreis senken. Der hohe Benzinpreis ist das Ergebnis der ohnehin geringen Raffineriekapazitäten in den USA – zugespitzt durch die kurzfristigen Produktionsausfälle durch den Hurrikan. Die strategischen Reserven sind Rohölreserven und müssen gleichfalls in einer Raffinerie erst weiterverarbeitet werden. Absehbar ist, das zumindestens das durch den Hurrikan verschärfte Raffinerieproblem nur vorübergehend besteht. Ob die USA durch den Bau neuer Raffineriekapazitäten künftig eine solche Zuspitzung verhinden, bleibt zu hoffen.Allerdings werden trotz des gestiegenen Ölpreises die Konjunkturaussichten global, auch auf dem gegenwärtigen Preisniveau, weiterhin als robust gesehen.


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