Der rasante Anstieg des Ölpreises bereitet den Industriestaaten weltweit Sorge, weil er das Weltwirtschaftswachstum bremsen könnte. Wirtschaftswissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von einem externen Schock. Selbst Teilnehmer der erdölexportierenden Staaten (OPEC) sorgen sich um einen möglichen negativen Einfluss der Energiepreise auf die Weltkonjunktur. Der Ölpreisanstieg hat schon heute einen unmittelbaren Einfluß auf Fluggesellschaften und die Chemieindustrie, die Rohöl zur Herstellung ihrer Produkte als Basisstoffe brauchen. Ausserdem spüren Konsumenten weltweit den hohen Benzinpreis an der Tanksäule. Der gestiegene Ölpreis hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung an den Weltbörsen.

Börsianer schenken dem hohen Ölpreis, steigenden Kapitalmarktzinsen und geopolitischen Risiken mehr Aufmerksamkeit als soliden Unternehmensgewinnen und guten konjunkturellen Daten. Optimisten sehen in den Kursrückgängen eine längst überfällige Korrektur an den Aktienmärkten seit dem starken Anstieg im Frühjahr 2003. Wir meinen auch, dass es keine Gründe für eine anhaltende Baisse an den Aktienmärkten geben sollte. Die Weltkonjunktur läuft und selbst Europa verzeichnet einen moderaten Aufschwung. Der gestiegene Ölpreis und anziehende Kapitalmarktzinsen sind letztendlich Ausdruck einer starken weltwirtschaftlichen Entwicklung. Vor dem Hintergrund eines globalen Aufschwungs sollten Aktien höhere Erträge erwirtschaften können als festverzinsliche Wertpapiere (Renten oder Anleihen). Die erwarteten stärkeren Renditen bei Aktieninvestments gehen mit größeren Schwankungen einher (Volatilität). Das bedeutet nichts anderes, dass es auch mal an den Aktienmärkten runtergehen kann. Die Chancen stehen aber gut, dass es in den kommenden Monaten wieder aufwärts geht.


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