US-Konjunkturampel steht auf gelb

Mai 5, 2003 | Comments Off

Die USA haben zusammen mit ihren Verbündeten den Krieg im Irak gewonnen. Nächstes Jahr ist in den USA Präsidentschaftswahlkampf. Der Vater von George W. Bush hat zwar Anfang der Neunziger Jahre den ersten Irak-Krieg gewonnen und die Nation hinter sich gewußt. Eine schwache wirtschaftspolitische Bilanz am Ende seiner Amtszeit war jedoch für seine Abwahl ausschlaggebend. Sein Sohn, der heutige Präsident, hat den Wahlausgang seines Vaters vor Augen und wird alles für eine wirtschaftliche Erholung tun. In der Tat steht die Konjunkturampel auf gelb. Die amerikanische Wirtschaft tritt noch auf die Kupplung und gibt vorsichtig Gas: Die Konsumenten weisen sich als nach wie vor verlässliche Konjunkturstütze. 70 Prozent des amerikanischen Sozialprodukts wird von US-Bürgern nachgefragt. Der Staat unterstützt die Nachfrageseite mit Rüstungsausgaben und Infrastrukturmaßnahmen (expansive Fiskalpolitik). Die Steuerpolitik ist auf Wachstum ausgerichtet (antizyklische Steuerpolitik mit niedrigen Steuersätzen). Die amerikanischen Leitzinsen sind auf dem niedrigsten Stand seit 41 Jahren. Niedrige Zinsen helfen den Konsumenten beim Kreditkauf von Autos, Häusern etc. Einzig die Unternehmensseite zieht nicht mit. Investitionen in neue Maschinen oder Ausrüstungen werden zurückgestellt. Die amerikanischen Unternehmen passen nach wie vor ihre Kosten an eine schwächeren Umsatzentwicklung an. Eine US-Kapazitätsauslastung unter 75% in den Vereinigten Staaten deutet auf erhebliche Überkapazitäten hin. Dies spricht nicht für steigende Investitionen in Ausrüstungsgüter.


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