Nachdem im November immer wieder davor gewarnt wurde, wie schlecht die Einzelhandelsumsätze in dieser Weihnachtssaison sein werden, zeigte das verlängerte "Thanksgiving"-Wochende erneut dieses Phänomen. Der US-Einzelhandel ist mit einem kaum erhofften Massenandrang ins Weihnachtsgeschäft gestartet. Die Tage nach dem Erntedankfest zählen zu den umsatzstärksten im US Einzelhandel und gelten als Stimmungsbarometer für das gesamte Weihnachtsgeschäft. Starke Nachfrage nach Spielekonsolen, Fernsehern, Spielzeug und Winterkleidung sorgten dafür, dass die Umsätze vergleichbar zum Vorjahr waren. Es scheint als möchte der amerikanische Konsument sich seine Weihnachtsfeier nicht durch die ständigen Berichte von erneuten Abschreibungen im amerikanischen Bankensektor vermiesen lassen. Die Ankündigung des US-Finanzkonzerns Citigroup erneut bis zu 11 Mrd. US$ abschreiben zu müssen verunsichert zwar die Anleger weltweit, kann aber das traditionelle Amerika nicht von Weihnachten abhalten. Oder ist für die Breite der amerikanischen Bevölkerung die Situation nicht so bedenklich? Handelt es sich bei den derzeitigen Korrekturen an den Finanzmärkten um eine kollektive Haftung der gesamten Finanzbranche obwohl die meisten Banken nur begrenzt betroffen sind? Die Höhe der bisher angekündigten Abschreibungen legt die Vermutung nahe, dass die großen US-Häuser reinen Tisch machen wollen und in den nächsten Quartalen weitere Überraschungen ausbleiben sollten. Gleichzeitig unternehmen die betroffenen Gesellschaften viel um das Vertrauen in die betroffenen Finanzinstrumente zu erhalten. So hat die HSBC ihre beiden Zweckgesellschaften in die eigene Bilanz genommen, um einen unkontrollierten Ausverkauf der Vermögenswerte zu verhindern. Die Kreditlinien in Höhe von 35 Mrd. US$ sind jedoch nicht als Verlust zu sehen. Die betroffenen Vermögenswerte sind derzeit mangels Nachfrage am Markt illiquide, was nicht bedeutet, dass sie zur Fälligkeit nicht bedient werden. Einen anderen Weg schlägt die ebenfalls stark betroffene Citigroup ein. Sie verkauft eigene Aktien aus früheren Rückkaufprogrammen im Wert von 7,5 Mrd. US$ und holt sich so die benötigte Kapitalspritze.


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