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USA halten sinkende Preise für “unwillkommen
Juni 3, 2003 | Comments Off
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat im Mai entschieden auf Deflationsgefahren hingewiesen. Ein weiteres Absinken der Preise sei “unwillkommen”, betonte die Fed. Fallende Preise werfen kein gutes Licht auf die amerikanische Volkswirtschaft: Unternehmen sind wegen der schwachen Nachfrage nicht in der Lage, ihre Preise zu erhöhen. Die Konkurrenz um den Verbraucher oder Kunden geht mittlerweile so weit, dass in manchen Wirtschaftszweigen die Preise fallen. Der private Konsum ist zwar nach wie vor robust. Er wächst aber nicht mehr. Auf der Angebotsseite sitzen die Unternehmen auf erheblichen Überkapazitäten. Das bedeutet, dass ihre Produktionsanlagen mehr produzieren könnten als augenblicklich nachgefragt wird. Da nur laufende Maschinen oder Fabriken potentielle Gewinne abwerfen können, versuchen die Unternehmen, über einen Preiskrieg ihre Waren abzusetzen. Die Folgen sind fallende Preise und Verbraucher, die auf niedrigere Preise warten. In der Hoffnung auf fallende Preise halten Konsumenten ihre Käufe erst mal zurück. Ein Beispiel für sinkende Preise ist die Automobilindustrie in den USA. Amerikanische und internationale Autoproduzenten buhlen mit Rabatten und Sonderaktionen um die Gunst der Käufer. Vor diesem Hintergrund verschieben Konsumenten ihren Autokauf immer weiter in die Zukunft.
Da die Preise in den USA nur schwach steigen (Pessimisten sehen darin eine Vorstufe zur Deflation) und das Wirtschaftswachstum nicht so Recht an Fahrt gewinnen will, wird eine Zinssenkung der US-Notenbank Ende Juni wahrscheinlicher. Die amerikanische Zentralbank könnte sogar so weit gehen, dass sie an den Anleihemärkten amerikanische Staatsanleihen kauft und somit direkt Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpt. Das Aufkaufen von Staatsanleihen ist ein wesentlich direkteres und stärkeres geldpolitisches Instrumentarium als Zinssenkungen. Die Zinsen stehen ohnehin mit 1,25 Prozent historische tief. Die Wirkung einer weiteren Zinssenkung ist fraglich. Der drohende Preisverfall (Deflation) könnte durch die grobe Aktion von Aufkäufen von Staatsanleihen aufgehalten werden und wirtschaftliches Wachstum fördern (Reflationierung der Wirtschaft).
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