US-Anleger haben im Februar aufmerksam die Inflationsdaten beobachtet (Erzeuger- und Verbraucherpreise). Die Erzeugerpreise sind mit 0,8 Prozent angezogen (Zahlen bereinigt um Lebensmittel und Energie). Das ist der stärkste Anstieg seit 1998. Anleiheinvestoren hassen Inflation wie der Teufel das Weihwasser, weil Preissteigerungen die Kuponzahlungen um den Wert der Geldentwertung schmälern. Der Ertrag der Zinszahlungen wird somit real weniger. Aus diesem Grund verkaufen Bondanleger ihre Anleihen mit niedrigem Zinsschein und decken sich mit Zinspapieren mit höherem Kupon ein. Fallende Kurse an den Anleihemärkten bedeuten steigende Renditen. Die US-Verbraucher-preise lagen hingegen im Rahmen der Erwartungen und beruhigten die Akteure an den Renten- wie Akienmärkten erst einmal.
Die gestiegenen Inflationssaussichten könnten die amerikanische Notenbank zu einer restriktiveren Geldpolitik veranlassen. Die Frage ist nun, wie stark und in welchen Schritten die FED die Zinsen von dem heutigen Stand von 2,5 Prozent anheben wird. Die Prognosen der Zinsanalysten sehen den Notenbankzins in den nächsten Monaten zwischen 3,5 und 4 Prozent. Die neu geschürten Inflationsängste scheinen den Schätzungen eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit zuzuordnen. Für Privatanleger sollten die Risiken an den US-Bondmärkten überwiegen. Steigende Kapitalmarktzinsen in den USA haben zudem etwas gutes für Europa. Ein höheres Renditeniveau sollte den US-Dollar stützen und den Euro nicht zu stark aufwerten lassen.


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