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Erwartete Inflation steigt an
Juli 1, 2004 | 1 Comment
Unser am Anfang des Jahres bevorzugtes Szenario, dass die EZB bei einer weiter schwachen europäischen Konjunktur die Zinsen senken könnte, wird durch die oben angeführten Äußerungen seitens der EZB und Bundesbank immer unwahrscheinlicher. Zum einen läuft die Konjunktur in Europa erwartungsgemäß und sollte dieses Jahr mit ungefähr 1,8 Prozent wachsen. Zinssenkungen scheinen somit nicht erforderlich. Zum anderen ist die EZB vor allem der Geldwertstabilität verpflichtet. Als Ziel gibt die EZB eine Inflationsrate von rund 2 Prozent an. Energiepreise und Steuererhöhungen haben die Inflationsrate im Mai im Euroraum auf 2,5 Prozent getrieben. An den Anleihemärkten wird augenblicklich eine Inflationserwartung für die nächsten Jahre von 2,4 Prozent gehandelt. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass wegen der gestiegenen Inflationserwartung, der soliden wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone und im Mai einmalig gestiegenen Preisniveaudaten langfristig Zinserhöhungen in der Eurozone wahrscheinlicher geworden sind.
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Mit derzeit rund drei Prozent Inflation sind wir ja bereits um einiges über dem Zielkorridor der EZB und die weiterhin steigenden Preise für Rohstoffe und Lebenshaltungskosten werden wohl auch in 2008 dafür sorgen, dass die Inflation oberhalb der von der EZB angestrebten 2 bis 2,5 Prozent liegt. Für den Anleger bedeutet eine steigende Inflation natürlich Kaufkraftverlust. Wie hoch dieser im Laufe der Jahre ausfallen kann, zeigt eine einfache Berechnung, die man zum Beispiel mit dem Rechner auf http://www.online-kredite.com/finanzrechner/inflationsrechner.html durchführen kann. Setzt man zum Beispiel die von der EZB angestrebten 2 Prozent pro Jahr an, ergibt sich auf Sicht von 10 Jahren bereits ein Kaufkraftverlust von rund 18 Prozent. Anleger sollten also dafür sorgen, dass ihre Geldanlagen auch nach Steuern mehr als die Inflation erwirtschaften, denn nur dann findet ein tatsächlicher Vermögenszuwachs statt.