Da die Zinsen in der Eurozone höher als in den USA und Japan sind, fließt das Geld nach Europa. Ökonomen sagen, dass Europa die größte Last der weltweiten Abwertung des US-Dollars tragen muß. Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte diesem Treiben mit einer Zinssenkung entgegnen. Ob sie die Zinsen bei einem Niveau von 1,30 US-Dollar je Euro oder erst bei 1,35 senkt, weiß niemand. Das ist Teil der psychologischen Macht der EZB über die Finanzmärkte. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Währungsspekulanten diese Schwelle antesten werden und solange US-Dollar gegen Euro verkaufen, bis die EZB reagiert. Wir glauben in den nächsten Wochen weiter an einen schwachen Dollar.

Die Risikoscheu scheint im Februar an den Aktienmärkten zugenommen zu haben. Da Experten in den letzten Wochen zunehmend hitziger über die weitere Entwicklung an Aktien- und Rentenmärkten diskutieren, entsteht Unsicherheit. Wir meinen, dass die abnehmende Dynamik beim Anstieg der Aktienkurse gut für die weitere Entwicklung der Aktienbörsen ist. Ein überschäumender Übermut wäre Gift für die Börse. Wir gehen nach wie vor von einem positiven Szenario aus: Genauso wie die Marktteilnehmer die Länge und das Ausmaß der Rezession zwischen den Jahren 2000 und 2003 unterschätzt haben, misstrauen sie heute den Aufschwungkräften. Das ist normal und allzu menschlich. Wir alle passen unsere Einschätzungen schrittweise an. Die volkswirtschaftlichen Indikatoren weisen eindeutig nach oben. Der konjunkturelle Aufschwung läuft. Warum sollten die Aktienkurse bei einer weltweiten Zunahme der Wirtschaftsaktivität fallen? Es spricht trotz der wirtschaftlichen und politischen Risiken einfach zu vieles für steigende Aktienkurse in den kommenden Monaten.


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