Europa im Konjunkturtief

Januar 7, 2003 | Comments Off

Die Europäische Zentralbank hat den Zinssatz im Dezember 2003 um 0,5% von 3,25% auf 2,75% gesenkt. Geld ist somit für Verbraucher und Unternehmen billiger geworden. Nach der Zinssenkung sind die Aktienmärkte in Europa nach unten gedreht. Das Absenken des Zinssatzes war in den Finanzmärkten schon eingepreist, das heißt, dass der Anstieg der Aktienmärkte im Oktober und November unter anderem auf Zinssenkungsphantasien zurückzuführen ist.

Vor einer nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung in Europa und Deutschland stehen noch einige Hürden: Erstens steigt die Arbeitslosigkeit besonders in den Wintermonaten an, zweitens halten sich Unternehmen mit Investitionen zurück und drittens sind die Staatskassen leer. Folglich fehlt private (Konsumenten), unternehmerische und staatliche Nachfrage: Der Bürger gibt weniger Geld aus (Angst vor Arbeitslosigkeit und schlechte Stimmung), Unternehmen stellen wegen schwacher Nachfrage ihre Investitionen (Maschinen etc.) zurück und der Staat hat kein Geld, um zum Beispiel in neue Straßen zu investieren. Vor allem die zwei größten Volkswirtschaften in der Europäischen Union Frankreich und Deutschland leiden unter einer schwachen Nachfrageentwicklung, reformunfähigen Systemen und einer zu hohen Staatsquote (Anteil des Staates an der Wirtschaft). Erste Schritte zum besseren hin sind in Deutschland bei den Bemühungen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes zu erkennen (Umsetzung des Hartz-Konzepts).


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