Der Euro ist im Dezember auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Devisenmarktanalysten sehen auch in 2005 einen weiter nachgebenden Dollar. Internationale Investoren ziehen bei ihren Eurokäufen oder Dollarverkäufen das Loch im US-Haushalt und die negative Leistungsbilanz ins Kalkül. Marktteilnehmer sprechen deshalb eher von einer Dollarschwäche als von einer Eurostärke. Gemeinhin wird unterstellt, dass ein starker Euro Exporte aus der Eurozone auf den globalen Gütermärkten teurer macht. In US-Dollar denominierte Waren sind somit bei schwachem Dollar wettbewerbsfähiger. Im Jahresverlauf konnte die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar rund sieben Prozent an Wert gewinnen. Dennoch hat der Euroanstieg nicht mehr die negativen Folgen für die deutsche oder europäische Volkswirtschaft wie vor zehn Jahren, weil ein Großteil des Handels innerhalb der Eurozone oder Europäischen Union stattfindet. Innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums wird in Euro abgerechnet. Der feste Euro hat sogar einen Vorteil für die Bürger der Eurozone. Der Ölpreisanstieg ist für uns weniger stark ausgefallen als für US-Bürger, weil der Ölpreis in Dollar gehandelt wird. Der in Euro verhältnismäßig schwächer ausgefallene Ölpreisanstieg entlastet die Inflationserwartung für die Eurozone und hält die Europäische Zentralbank von inflationsvorbeugenden Zinsanhebungen ab.


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