Die Stimmungsindikatoren, die gleichlaufenden und vorlaufenden Wirtschaftsdaten weisen europaweit auf eine abnehmende Dynamik hin. Ob dies nur vorübergehend ist, sollte sich in den nächsten Monaten zeigen. Vor dem Hintergrund verhaltener Wachstumsaussichten scheinen die Euro-Renditen gut unterstützt. Für weitere Kurssteigerungen – und damit Renditen im zehnjährigen Bereich von deutlich unter 3,4 Prozent – sollte der Konjunkturpessimismus aber noch nicht ausreichen. Die nach aller Voraussicht robust bleibende Nachfrage institutioneller Investoren nach langjährigen Laufzeiten sollte die Kurse stützen. Beleg dafür ist der schnelle Abverkauf der 30-jährigen niederländischen Staatsanleihe im April. Ausserdem werden an den europäischen Anleihemärkten regelmäßig asiatische Zentralbanken auf der Käuferseite registriert. Kurzum: Weder starke Bewegungen nach oben noch nach unten sollten den europäischen Zinsmärkten in den nächsten zwei bis drei Monaten bevorstehen.
Das mittelfristige Risiko für Anleger besteht aber im europäischen Anleihemarkt und nicht an den Aktienbörsen, weil die Rentenmärkte der Eurozone stark überbewertet sind. Die zehnjährige Rendite in der Eurozone ist klar zu niedrig.


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