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Hohe Gewinnerwartungen an europäische Unternehmen im zweiten Quartal in Europa
Juli 3, 2003 | Comments Off
Auf Unternehmensseite werden die Aktienmärkte im Juli wachsam sein. Europäische Aktiengesellschaften werden über das erste Halbjahr 2003 berichten. In den letzten Tagen häufen sich Stimmen von Analysten, die bei Unternehmen vor zu hohen Gewinnerwartungen warnen. Umsatz- und Gewinnrevisionen kamen im Juni von Unilever und Heineken. Die Börse ist nervös. Gerüchte um eine Gewinnwarnung ließen zum Beispiel den französischen Versorger Suez um fast zehn Prozent an einem Handelstag einbrechen. Der gestiegene Euro könnte erste Spuren in den Gewinn- und Verlustrechnungen europäischer Aktiengesellschaften hinterlassen. Analysten erwarten, dass europäische Unternehmen in 2003 Gewinnzuwächse von durchschnittlich 35 Prozent haben werden. Demgegenüber stehen Wachstumserwartungen in den USA von rund 13 Prozent und in Großbritannien von über 11 Prozent. Die Erwartungen widersprechen den volkswirtschaftlichen Rahmendaten. Europa sollte am schlechtesten abschneiden, weist aber die stärksten Erwartungen auf. Dies könnte zu erheblichen Korrekturen der Gewinnerwartungen in Europa nach unten führen. Es bleibt die Frage, ob die Märkte mögliche Gewinnwarnung in den Aktienpreisen berücksichtig haben. Die Chancen dafür stehen unserer Einschätzung nach gut. Schwächephasen sollten Käufer in den Markt ziehen. Wir glauben nicht, dass der Markt überzogene Erwartungen an die Berichtssaison hat. Die oben angeführten statistischen Erhebungen mögen stimmen. Doch meinen wir, dass das Sentiment (das Gefühl der Börsianer für den Markt) verhaltener ist als die Durchschnittsprognosen. Das Enttäuschungspotential sollte begrenzt sein.
Vor diesem Hintergrund sollten sich die europäischen Aktienmärkte stabilisieren. Das bedeutet, dass die volkswirtschaftlichen Rahmendaten zwar gemischt sind und ein bullisher (positiver) Ausblick fehlt. Aber die niedrigen Renditen an den Anleihemärkten sollten an schwachen Börsentagen neue Käufer in den Markt treiben. Die Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten bleibt weiterhin wahrscheinlich. Der Bärenmarkt sollte vorüber sein!
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