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Iran nimmt Atomprogramm wieder auf
September 26, 2005 | Leave a Comment
Bestimmender Einflussfaktor in diesem Monat war, wie auch in den vergangenen Monaten, der Ölpreis. Trotz gestiegener Lagerbestände bei Rohöl und bereits verarbeiteter Produkte (Heizöl) gab es für den Ölpreis mal wieder nur eine Richtung. Die Wiederaufnahme des iranischen Atomprogramms, Ängste vor Terroranschlägen auf die Ölproduktion in Saudi Arabien sowie erneute Produktionsausfälle im Golf von Mexiko durch den jüngsten Hurrikan Katrina treiben den Ölpreis in neue Höhen.
Die derzeitige Entwicklung im Iran lässt keine sicheren Prognosen über die künftige Preisentwicklung zu. Der Golfstaat, mit einer Förderung von rund vier Millionen Barrel täglich zweitgrößter OPEC-Produzent, steht als Mitglied der “Achse des Bösen” schon lange im Fokus der amerikanischen Außenpolitik. Eine Eskalation des Atomstreits und ein damit eventuell verbundener Ausfall auch nur eines Teiles der iranischen Ölproduktion käme einer Katastrophe für den Ölmarkt gleich. Die freien Förderkapazitäten von schätzungsweise 1 bis 1,5 Millionen Barrel am Tag könnten einen solchen Ausfall nicht kompensieren. Eine Entspannung kann jedoch durch die von europäischer Seite geführten Verhandlungen erreicht werden. Die diesmal geschlossen auftretende internationale Gemeinschaft sollte genug Druck auf den Iran ausüben können, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu finden. Trotzdem treibt die Ungewissheit weiter den Ölpreis. In diesem Zusammenhang ist auch die Angst vor Anschlägen auf die Ölproduktion in Saudi Arabien zu sehen. Die genannten freien Förderkapazitäten liegen zum größten Teil in Saudi Arabien. Saudi Arabien ist das einzige Mitglied der OPEC-Produzenten mit freien Förderkapazitäten. Anschläge auf die Infrastruktur bedeuten daher nicht nur, dass die derzeitige Exportquote sinken würde, sondern verhindern auch eventuelle notwendige Ausweitungen der Förderquote.
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