An den europäischen Aktienmärkten standen im Februar die in 2003 und 2004 stark gebeutelten Pharmawerte im Mittelpunkt. Patentabläufe, Konkurrenz durch Generika und teilweise tödliche Nebenwirkungen von Medikamenten haben die weltweite Pharmaindustrie an den Börsen zurückfallen lassen. Neu aufgekommenes Übernahmefieber hat Investoren in die Branche gelockt. Der Schweizer Pharmariese Novartis kauft die Generikahersteller Hexal und Eon Labs. Grundsätzlich gelten die Pillendreher mit dem Hintergrund einer veralternden Gesellschaft in den Industrieländern als wachstumsstark.
Nach den bis zur Monatsmitte beständig rückläufigen Bundrenditen kam für viele kurzfristige Investoren ein schmerzhaftes Ende. Die Veröffentlichung von Preissteigerungen bei den US-Erzeugern ließ Staatsanleiheinvestoren die Verkaufsknöpfe drücken. Fallende Rentenkurse führen zu steigenden Renditen. Die richtungsweisende zehnjährige Bundesanleihe musste Federn lassen und die Rendite zog wieder über die Marke von 3,5 Prozent. Wir meinen, dass dies noch keine Zinswende ist. Allerdings könnte die Volatilität an den Zinsmärkten zunehmen. Gleichzeitig haben sich die volkswirtschaftlichen Rahmendaten aus der Eurozone als gemischt erwiesen. Den guten französischen Nachrichten eines konsumfreudigen Bürgers standen enttäuschende Wachstumszahlen der Deutschen gegenüber. Die Inflationserwartungen in der Eurozone sprechen nicht für Zinsanhebungen.
Sollten dagegen die Inflationssorgen in den USA nachhaltig in den Vordergrund rücken, könnten die Aktienmärkte weltweit darunter leiden. Gestiegene Renditen an den Anleihemärkten machen Aktieninvestments relativ uninteressanter. Das gilt für die USA wie für Europa. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass in Europa die Renditen stark ansteigen werden.


Benutzer, die diese Seite fanden, suchten auch nach:

  • No search results for this post yet...

Ähnliche Artikel

  • No related posts

    Comments

    Name (erforderlich)

    Email (erforderlich)

    Webseite

    Speak your mind