Starker Euro könnte EZB bei Zinssenkungen helfen

Februar 3, 2003 | Comments Off

Die Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung könnte der Europäischen Zentralbank (EZB) bei entsprechenden Reformen der Sozialsysteme und Arbeitsmärkte in den Mitgliedstaaten eine Senkung der Zinssätze in 2003 erleichtern. Ein starker Euro (oder entsprechend schwacher Dollar) macht in Dollar gezahlte Produkte (wie z.B. das Erdöl) für uns Europäer relativ billiger. Zum Beispiel können Deutsche oder Spanier für einen Euro mehr in Dollar abgerechnete Ware kaufen als vor sechs Monaten. Der Euro hat somit bei gleichen (nominalen) Preisen gegenüber dem Dollar an Wert gewonnen. Auch ein Urlaub in die USA ist heute mehr als 10 Prozent billiger als vor einem Jahr. Der Urlauber zahlt in einer amerikanischen Bar 10 Prozent weniger für sein Bier. Was hat das mit der Europäischen Zentralbank (EZB) zu tun? Da die EZB die Teuerungsraten (Inflation) für ihre geldpolitischen Entscheidungen zu Rate zieht und ein starker Euro einen positiven Effekt auf die Entwicklung der Preise hat, könnte die EZB in den kommenden Monaten bei niedriger Inflation die Zinsen senken. Tatsächlich könnte die EZB die schwache gesamtwirtschaftliche Nachfrage und die gedämpfte Inflation als rechtfertigende Argumente für eine weitere Zinssenkung verwenden und damit den Güter- und Kapitalmärkten neues Leben einhauchen.


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