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Wahrscheinlichkeit für EZB-Zinssenkung steigt
April 4, 2004 | Leave a Comment
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Trichet und der Chefvolkswirt Issing haben im März in Interviews die Märkte auf eine Zinssenkung vorbereitet. Zwar hat das Argument der Wechselkursentwicklung (Euro-Dollar) für eine Leitzinssenkung in den letzten Wochen an Gewicht verloren. Die Sorgen der Notenbanker über die Entwicklung der Konjunktur im Euroraum scheinen aber zuzunehmen. Achillesferse der wirtschaftlichen Erholung bleibt die Schwäche der europäischen Binnennachfrage, die ihren Ursprung zu einem großen Teil im Verbrauchervertrauen hat. “Wir stellen fest, dass das Verbrauchervertrauen heute nicht unbedingt auf einem Niveau ist, wie es die wirtschaftlichen Fundamentaldaten rechtfertigen würden”, sagt der Chef der EZB Trichet. Der Chefökonom Issing stellt fest, dass ohne eine deutliche Erholung des Konsums kein anhaltendes kräftiges Wachstum vorstellbar sei. Sollte die Inlandsnachfrage nicht bald anspringen, signalisiert damit der Notenbanker, könnten die Zinsen gesenkt werden. Dass gerade Issing diese Bemerkungen macht, ist bemerkenswert. Prof. Ottmar Issing als Vertreter der ehemaligen Deutschen Bundesbank gilt als Anhänger einer an der erwarteten Inflation sich strikt orientierenden Geldpolitik. Die Äußerungen deuten durchaus auf eine Änderung der Geldpolitik hin, die auch konjunkturelle Daten in die Zinsentscheidungen mit einfließen lassen. Aktienmärkte feiern in der Regel Zinssenkungen.
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