Zinsen sollten in Europa niedrig bleiben

August 3, 2003 | Comments Off

Die verbesserten Konjunkturaussichten für Europa haben die Hoffnungen der Kapitalmarktteilnehmer auf weiter fallende Zinsen geschmälert. Nachdem die EZB im Juni die Leitzinsen von 2,5 Prozent auf 2 Prozent gesenkt hatte, erwarten Zinsstrategen konstante bis leicht steigende Zinsen. Die EZB sieht den geldpolitischen Kurs als “angemessen”. Nach unserer Einschätzung sollten die Zinsen in den nächsten Monaten stagnieren. Zwar preist der Markt augenblicklich aufgrund der positiven Frühindikatoren einen moderaten Konjunkturaufschwung ein. Doch fehlen als Beleg die konkreten volkswirtschaftlichen Daten, die eine wirkliche Erholung der Wirtschaft anzeigen. Sollten diese in Zukunft gemischt sein oder negativ überraschen, wird die Zinssenkungsphantasie in den Markt zurückkehren. Dies sollte Aktien genauso wie Anleihen unterstützen können. Da den größten europäischen Volkswirtschaften Frankreich, Deutschland und Italien nur minimale Wachstumschancen in 2004 zugerechnet werden (Wachstumsraten um 1 Prozent) und die Inflation moderat bleiben sollte (unter 2 Prozent), wird die EZB keine Veranlassung sehen, die Zinsen anzuheben.
Die europäischen Aktienmärkte sollten mit weiter zunehmenden positiven Konjunkturaussichten moderat steigen können. Das Tal der Tränen scheint für die nächsten Monate konjunkturell überwunden zu sein.


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