Auch in Asien reagierten die Anleger heftig auf die Nachrichten aus dem US-Immobiliensektor. Wie an den anderen Märkten kehrte auch hier nach einer Korrektur wieder Ruhe ein. Da in dieser Region die Unternehmensdaten keine negativen Überraschungen bereit hielten, erholten sich die Märkte rasch, wenn auch wie in Europa und in den USA die Höchststände der einzelnen Indizes noch nicht wieder erreicht wurden.
Überraschend kam allerdings die ungewöhnlich deutliche Warnung des chinesischen Ministerpräsidenten vor einer Überhitzung der chinesischen Wirtschaft. Zum Abschluss des Volkskongresses sagte Wen, dass das größte Problem von Chinas Wirtschaft ist, dass das Wachstum instabil, unausgewogen, unkoordiniert und nicht nachhaltig ist. Des Weiteren kritisierte der Ministerpräsident das übermäßig starke Wachstum der Investitionen, die zu hohe Kreditvergabe, die exzessive Liquidität im Land und Ungleichgewichte in der Handels- und Zahlungsbilanz. Konsequent erhöhte daraufhin die People´s Bank of China den Leitzins, um das Wachstum der Investitionen und die Kreditvergabe zu bremsen und somit die Wirtschaft auszubalancieren. Eine Reihe von Volkswirten sieht diese Maßnahme als ungenügend an, da sie ihrer Meinung nach nicht greife. Ihrer Meinung nach resultiert der Liquiditätsüberhang aus den hohen ausländischen Kapitalzuflüssen, die durch den künstlich niedrig gehaltenen Renminbi begünstigt wird. Da auch der internationale Druck auf China wächst, den Renminbi aufzuwerten, weil der derzeitige Kurs Chinas Exporteuren Wettbewerbsvorteile verschafft, bleibt die Situation für den internationalen Anleger spannend. Eine fast schon historische Entscheidung traf der Volkskongress mit der Verabschiedung eines Gesetzes zum Schutz des Privateigentums. Erstmals in der Geschichte der Volksrepublik China stellt die Regierung das Privateigentum unter den gleichen Schutz wie staatliches oder kollektives Eigentum. Die Bestimmungen schützen erstmals private Besitzer vor willkürlichen Enteignungen. Ausgenommen bleibt allein der Landbesitz, welcher weiterhin unter staatlicher Kontrolle bleibt. Skeptiker unter den internationalen Beobachtern begrüßen zwar diesen Schritt, bezweifeln allerdings die Einhaltung mit Blick auf die Handhabung in anderen ehemaligen kommunistischen Staaten.


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