Asiatische Zentralbanken sind in den letzten Monaten als verstärkte Käufer europäischer Staatsanleihen aufgetreten. Zum einen misstrauen sie dem US-Handelsdefizit und dem negativen Staatshaushalt. Zum anderen fürchten sie Kursverluste bei steigenden Zinsen. Hinzu kommen potentielle Währungsgewinne bei Euroanlagen und eine geringere Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank. Ein moderater Inflationsausblick und Wachstumsraten von rund 2 Prozent in der Eurozone sprechen nicht für Zinserhöhungen.
Für den Aktienmarkt in den USA bedeuten steigende Kapitalmarktzinsen Konkurrenz. Investoren werden sich überlegen, ob sie Anleihen mit einem Zinsschein von 5 bis 6 Prozent oder Aktien kaufen. Für US-Aktien sprechen nach wie vor, dass die Vereinigten Staaten der dynamischste Wirtschaftraum der Welt sind. In 2004 hat sich ausserdem der Bewertungsaufschlag gegenüber europäischen oder japanischen Aktien abgebaut. Aktieninvestoren sollten sich immer vor Augen halten, dass die US-Börsen den Takt an den weltweiten Kapitalmärkten geben. Das sollte auch in 2005 so bleiben. Nur wenn die Wall Street steigt, werden auch europäische Aktien anziehen können. Ein weiter abwertender Dollar könnte US-Exporttitel positiv in den nächsten Monaten beeinflussen.


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