Japan kauft massiv amerikanische Staatsanleihen

Oktober 3, 2003 | Comments Off

Japan interveniert seit Monaten wie oben beschrieben am Devisenmarkt. Im ersten Halbjahr haben Japan, China, Taiwan und Südkorea rund 170 Milliarden Dollar an Reserven angelegt. Das heisst, dass die asiatischen Exportnationen Dollar für ihre Heimatwährungen gekauft oder getauscht haben. Die Folge ist eine gegenüber dem Dollar nicht ansteigende Heimatwährung, was die Exporte fördert. Was machen die Zentralbanken mit den angesammelten 170 Milliarden Dollar? Sie kaufen dafür amerikanische Staatsanleihen in US-Dollar. Steigende Anleihekurse (Nachfrage nach Anleihen) haben fallende oder stagnierende Zinsen zur Folge. Die Notenbanken der asiatischen Länder haben somit mehr als die Hälfte des Leistungsbilanzdefizits der USA finanziert und dafür mitgesorgt, dass die Zinsen in den USA auf historisch niedrigem Zinsniveau sind. Diese Länder leihen sozusagen den Amerikaner Geld (Staatsschulden), die wiederum mit diesem Geld Digitalkameras aus Japan, Halbleiter aus Taiwan oder Stahl aus Südkorea kaufen. Die Zahlungsbilanz (Geldströme) ist somit die Kehrseite der Leistungsbilanz (Waren- und Dienstleistungsströme). Die Themen Leistungs- und Zahlungsbilanz und Währungsbewegungen werden in den nächsten Monaten immer wieder auftauchen und an den Börsen gespielt werden.


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