Die Bilder an den Emerging Markets sind durchaus gemischt. Die chinesischen Börsen Shanghai und Shenzhen zeigen nach wie vor nach unten. Besser schneiden die Übersee-Chinesen Hong Kong oder Taiwan ab. Thema der Spekulanten ist die mögliche Aufwertung des Yuan (chinesische Währung) in den nächsten Monaten. Die Aktienplätze in Lateinamerika zeigen sich auch gemischt. Während in Brasilien die Stahlproduzenten unter Druck kamen, passiert an der argentinischen Börse nicht viel. Die Regierung von Nestor Kirchner versucht, nach dem geglückten Umschuldungsabkommen Tritt zu fassen und den Haushalt zu konsolidieren.
Die Argumente für ein Investment in die aufstrebenden Märkte Asiens, Osteuropas und Lateinamerikas sind nicht neu und bleiben: Hohe Wachstumsdynamik, günstige Bevölkerungsstruktur mit steigender Konsumnachfrage und eine geringere Krisenanfälligkeit durch generell stabile Staatsfinanzen und Außenhandelsüberschüsse. Hinzu kommt der chinesische Rohstoff- und Energiehunger, von dem viele ressourcenreiche Schwellenländer profitieren.
Diese Vorteile im Vergleich zu entwickelten Aktienmärkten spiegeln sich in den Augen vieler Fondsmanager noch nicht in den Unternehmensbewertungen wieder. Was teilweise auch an den erhöhten Risiken liegt, mit denen man in den Emerging Markets rechnen sollte: Geringere Liquidität, Mängel in der Unternehmenstransparenz oder politische Unsicherheiten sorgen für erhöhte Kursvolatilität.

Wir bleiben für die Aktienmärkte positiv gestimmt. Zwar hindert der haussierende Ölpreis die Börsen an einem weiteren Anstieg. Doch sollten die niedrigen Kapitalmarktzinsen in den USA, Europa und Japan die Aktienmärkte stützen. Eurozonenanleihen sollten auch in den kommenden Monaten steigen. Dies bedeutet weiter rückläufige Renditen. Uns erscheint die Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe von 2,5 Prozent in den kommenden 12 bis 18 Monaten als durchaus möglich. Es ist wahrscheinlich, dass die Renditen in den USA anziehen werden. Fällt die Korrektur der US-Bonds zu heftig aus, könnte dies vorübergehend zu Verlusten bei europäischen Zinspapieren führen. Der Trend sollte dennoch nach oben zeigen.


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