Ein klares Beispiel für die zusätzlichen Risiken für Engagements in den Emerging Markets zeigt sich gerade im Handel mit China. Ein chinesischer Kupferhändler an der Londoner Metallbörse LME hat in Erwartung fallender Preise im Juli und August Short-Positionen von etwa 330.000 t Kupfer fällig im Dezember 2005 aufgebaut. Da der Kupferpreis aber weiterhin gestiegen ist, kann dies nun bei Fälligkeit am 21. Dezember zu Verlusten in Höhe von Hunderten von Millionen US Dollar führen. Dies kommt an der Metallbörse schon mal vor. Was jedoch die internationalen Markteilnehmer beunruhigt, ist die Tatsache, dass auf einmal der Händler nicht mehr existierte. Dann existierte er, war aber nicht berechtigt die Geschäfte zu tätigen und somit China nicht für die Verluste verantwortlich. Nun, zum Ablauf der Kontrakte ist der unter Hausarrest stehende Händler doch real und China übernimmt die Verantwortung für die Geschäfte. Jedoch bleibt die Frage nach der Verlässlichkeit Chinas als Handelspartner. Wie soll man reagieren, falls sich China bei irgendeinem Geschäft mal auf Nichteinhaltung entscheidet? Dieses Beispiel zeigt, dass man die politischen Risiken in den Emerging Markets nicht unterschätzen sollte und untermauert unsere Empfehlung, bei einer Investition in diesem Marktsegment auf eine breite Streuung zu achten.


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